Die kleine Waldmaus, der Igel und die Maiglöckchen

Die kleine Waldmaus, der Igel und die Maiglöckchen

Frühlingsmärchen mit bunten Bildern


Ein Frühlingstreffen bei den Maiglöckchen

Titel + Illustration Maus im Wald - schnuppert an MaiglöckchenblüteManchmal duftet etwas so verlockend, dass man alles andere vergisst.“

Der Frühling ist da und mit ihm die kleinen Wunder des Waldes. In dieser liebevollen Geschichte begegnet die kleine Waldmaus ihrem Freund, dem Igel, und entdeckt dabei nicht nur den Duft der Maiglöckchen, sondern auch, wie wichtig gute Freunde und kluge Entscheidungen sind.
Die Geschichte eignet sich zum Vorlesen, für den Unterricht oder für ruhige Momente zu Hause für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, für Erstleser und Familien.
Mit Unterrichtsmodul (Erstleserfassungen, Silbenschrift, Fragerunde, Fantasiereise, Mitmachideen, Sachtext und drei Ausmalbildern)

Inhalt

 

Die kleine Waldmaus, der Igel und die Maiglöckchen

Illustration Maus im Wald schnuppert - FrühlingAuf dem Weg zu Waldwiese war die kleine Waldmaus immer wieder stehen geblieben. So viel gab es im Frühlingswald zu sehen und zu riechen.
„Warum hat mir keiner gesagt, wie schön der Frühling ist?“, fragte sie.
Wieder machte sie Halt. Die Blüten mit den weißen Blümchen dufteten so süß, dass sie nicht anders konnte, als ihre Nase tief in die Blütenbecher, die kleinen Glöckchen ähnelten, zu tauchen.
„Hm!“ Sie schloss die Äuglein. „Man könnte sie glatt aufessen, so fein duften sie.“„Essen? Habe ich hier etwas von Essen gehört?“
Es raschelte im Laub unter den Schlehenbüschen und wenig später schob sich eine Igelschnauze durch die vertrockneten Eichenblätter.
Oh! Oh! Nicht jeder Igel war Mäusen wohl gesonnen, hatte Opa Maus gewarnt.
Für einen Moment glaubte die kleine Maus, das Herz bliebe ihr stehen. Dann spürte sie, wie es schnell und immer schneller schlug, ihre Beinchen fühlten sich weich an und zitterig. Vor Aufregung vergaß sie, an Flucht zu denken und sich einen sicheren Platz zu suchen.
Hoffentlich habe ich nichts falsch gemacht, dachte sie, während sie wie gebannt zum Schlehenbusch starrte.
Illustration Maus trifft Igel im Wald -„Hallo, kleine Waldmaus“, rief ihr da der Igel entgegen. „Du musst dich nicht fürchten. Ich bin es nur, ich, dein Freund, der kleine Igel.“
„O-o-oh!“, stammelte die kleine Waldmaus. „D-d-du bist es nur. Was für ein Glück, dass du es bist.“
„Ja, ja, wenn wir einander treffen, haben wir immer Glück.“ Er kicherte. „Erinnerst du dich, hihi, noch an unser letztes Treffen in den Tagen des scheidenden Sommers?“
Oh, daran erinnerte sich die kleine Waldmaus sehr gut. Unter dem Kastanienbaum hatten sie sich im Herbst getroffen und Kastanien gesammelt und geteilt. Das war ihr Geheimnis. Keines der Waldtiere wusste davon, vor allem nicht Opa Maus. Der sah sonst fast alles, was im Wald vor sich ging. Bestimmt hätte er laut „Hüte dich vor hungrigen Igeln, kleine Maus“ gerufen.
Illustration Maus und Igel im Wald - staunenDie kleine Waldmaus nickte. „Haben wir nun wieder ein Geheimnis?“, fragte sie.
„Schon wieder und immer noch“, antwortete der Igel, „und das ist gut so.“ Er kam näher. „Bist du auf Nahrungssuche, kleine Maus?“
Die Maus nickte. „Hungrig bin ich immer. Nicht nur nach Nahrung. Mehr noch nach dem Frühling und den Sonnenstrahlen.“
Der kleine Igel verzog die Schnute. „Mit Sonne haben wir Igel es nicht so gerne. Wir sind Nachttiere, wie du weißt.“
Die kleine Waldmaus nickte. „Wir Waldmäuse sind auch Nachttiere und das ist nicht immer nett. Die Nacht kennt keine Sonnenstrahlen.“
„Du liebst die Sonne?“, schnarrte der Igel.
„Und den Frühling. Und ganz besonders liebe ich die Frühlingssonne und den süßen Duft, den der Frühling in unseren Wald bringt.“
Illustration Maus im Wald - schnuppert an MaiglöckchenblüteSie steckte die Nase wieder in das Glöckchen des weißen Blümchens und hatte plötzlich so großen Appetit auf dieses süße Süß, dass sie am liebsten in die Blüte gebissen hätte.
„Halt! Hüte dich vor den Glöckchen des Frühlings!“, rief der kleine Igel da laut. „Die Menschen sagen, sie seien giftig. Maiglöckchen nennen sie sie.“
„Giftig?“, fragte die kleine Maus.
Der Igel nickte. „Giftig heißt, es bedeutet nichts Gutes und es wird dir schlecht bekommen.“
„Schade“, sagte die kleine Maus. „Ich hätte gerne wieder mit dir mein Essen geteilt.“
„Was nicht ist, kann ja noch werden“, tröstete der Igel. „Lass uns auf Nahrungssuche gehen.“
Und gemeinsam trotteten die kleine Maus und der kleine Igel weiter zur noch schattigen Waldwiese. Die Sonne konnte der kleine Igel nämlich wirklich nicht gut vertragen. Und für ihren Freund verzichtete die kleine Maus gerne auf warme Sonnenstrahlen. Einen Freund zu haben, war wichtiger. Es machte jeden Schatten hell.

© Elke Bräunling

💬 Was glaubst du: Warum ist es wichtig, nicht alles auszuprobieren, was gut aussieht oder gut riecht? 

Illustration Maus trifft Igel im Wald - Maiglöckchen

 

Die folgenden Versionen sind sprachliche Bearbeitungen derselben Geschichte. Sie dienen der besseren Zugänglichkeit und stellen keine eigenständigen Werke dar.

 

Diese Fassung erzählt denselben Inhalt in sehr vereinfachter klarer Sprache mit kürzeren Sätzen

Die kleine Waldmaus, der Igel und die Maiglöckchen – Sehr einfache Fassung

Die kleine Maus geht durch den Wald.
Es ist Frühling.
Sie sieht viele Blumen.
Und sie riecht einen süßen Duft.
Der Duft von Maiglöckchen.
„Das riecht lecker“, sagt sie.
Da raschelt es.
Ein Igel kommt.
Die Maus erschrickt.
Aber dann freut sie sich.
Der kleine Igel ist ihr Freund.
„Du bist es!“, sagt sie. „Wie schön!“
Die kleine Maus freut sich.
Der Igel sagt:
„Die Maiglöckchen-Blumen sind giftig.“
„Giftig?“, fragt die Maus.
„Ja. Du darfst sie nicht essen.“
Die Maus nickt.
Dann gehen beide zusammen weiter.
Sie sind Freunde.

 

Diese Fassung erzählt denselben Inhalt in sehr vereinfachter klarer Sprache mit kürzeren Sätzen

 

Die kleine Waldmaus, der Igel und die Maiglöckchen – Erstleser

Die kleine Waldmaus war schon lange unterwegs.
Immer wieder blieb sie stehen, denn überall im Wald gab es etwas Neues zu entdecken.
Der Frühling war gekommen.
Die Bäume trugen kleine, zarte Blätter.
Zwischen den Sträuchern wuchsen Blumen in vielen Farben.
Und überall lag ein feiner Duft in der Luft.
Die Maus atmete tief ein.
„So riecht also der Frühling“, murmelte sie.
Dann entdeckte sie die weißen Blümchen.
Sie sahen aus wie kleine Glöckchen.
Die Maus ging näher heran.
„Sie duften ja noch süßer!“, sagte sie.
Sie musste einfach noch einmal schnuppern.
Und weil es so gut roch, bekam sie plötzlich Lust, davon zu kosten.
„Vielleicht schmecken sie ja genauso gut, wie sie riechen?“, überlegte sie.
In diesem Moment hörte sie ein Rascheln.
Die Maus erschrak.
Ihr Herz klopfte schnell.
Ein Igel kam aus dem Laub hervor.
Zuerst hatte die Maus Angst.
Doch dann erkannte sie ihn.
„Du bist es!“, rief sie erleichtert.
Der Igel nickte.
Die Maus freute sich.
Dann zeigte sie auf die Blumen.
„Die Blumen riechen lecker“, sagte sie. „Bestimmt schmecken sie süß.“
Der Igel wurde ernst.
„Das sind Maiglöckchen“, sagte er. „Die darfst du nicht essen. Sie sind giftig.“
Die Maus trat einen Schritt zurück.
„Giftig? Aber sie duften doch so gut!“
„Das stimmt“, sagte der Igel. „Aber nicht alles, was gut riecht, ist auch gut für uns.“
Die Maus dachte nach.
Dann nickte sie langsam.
„Gut, dass du da bist“, sagte sie. „Alleine hätte ich das nicht gewusst.“
Der Igel lächelte.
„Dafür sind Freunde da.“
Gemeinsam gingen sie weiter.
Und die Maus wusste jetzt:
Manchmal ist ein guter Rat wichtiger als ein guter Duft.

 

Die kleine Waldmaus, der Igel und die Maiglöckchen – Silbenschrift

Die klei-ne Wald-maus geht durch den Früh-lings-wald.
Sie bleibt im-mer wie-der ste-hen.
Es gibt viel zu se-hen.
Und viel zu rie-chen.
Die Maus at-met tief ein.
„So riecht der Früh-ling“, sagt sie.
Dann sieht sie klei-ne wei-ße Blu-men.
Sie se-hen aus wie Glöck-chen.
Die Maus geht nä-her.
Sie schnup-pert.
„Hm! Das riecht süß“, sagt sie. „Viel-leicht schmeckt es auch gut.“
Da ras-chelt es im Laub.
Die Maus er-schreckt.
Ein I-gel kommt.
Zu-erst hat sie Angst.
Dann er-kennt sie ihn.
Er ist ihr Freund.
„Du bist es!“, ruft sie.
Der I-gel nickt.
„Die Blu-men sind gif-tig“, sagt er.
Die Maus wird still.
„Gif-tig?“, fragt sie.
„Ja“, sagt der I-gel.
„Nicht al-les, was gut riecht, ist gut für dich.“
Die Maus nickt.
„Gut, dass du da bist“, sagt sie.
Dann ge-hen sie ge-mein-sam wei-ter zur Wald-wie-se.

 

Fragerunde

Zum Verstehen der Geschichte
• Warum wollte die kleine Waldmaus die Blume essen?
• Was hat der Igel gemacht, als er die Maus gesehen hat?
• Warum war die Maus zuerst erschrocken?
• Was bedeutet „giftig“?

Zum Nachdenken
• Hast du schon einmal etwas gesehen oder gerochen, das sehr verlockend war?
• War es wirklich so gut, wie du gedacht hast?
• Warum kann etwas schön oder lecker wirken und trotzdem nicht gut sein?

Zum Thema Freundschaft
• Was macht einen guten Freund aus?
• Hast du schon einmal einen guten Rat von jemandem bekommen?
• Hast du schon einmal jemand anderem geholfen?

Gefühlsebene
• Wie hat sich die Maus gefühlt, als sie den Igel gesehen hat?
• Wie hat sie sich gefühlt, als sie gemerkt hat, dass er ihr Freund ist?
• Kennst du dieses Gefühl?

Übertrag in den Alltag
• Warum ist es wichtig, nicht alles einfach auszuprobieren?
• Wen kannst du fragen, wenn du unsicher bist?

 

Fantasiereise: Maiglöckchenwald

Schließe langsam deine Augen.
Du gehst einen kleinen Weg entlang.
Der Boden ist weich unter deinen Füßen.
Es ist Frühling.
Die Luft ist mild und warm.
Ein leiser Wind streicht durch die Bäume.
Du hörst ein leises Rascheln.
Vielleicht ist es ein Tier.
Vielleicht ist es nur der Wind.
Du gehst weiter.
Am Wegesrand entdeckst du kleine weiße Blüten.
Sie sehen aus wie Glöckchen.
Du beugst dich vorsichtig hinunter.
Ganz langsam atmest du ein.
Der Duft ist süß und weich.
Er erinnert dich an etwas Schönes.
Vielleicht an einen warmen Tag.
Vielleicht an eine Erinnerung.
Du bleibst einen Moment still.
Dann hörst du Schritte.
Ein Freund ist da.
Du bist nicht allein.
Gemeinsam geht ihr weiter.
Langsam.
Ruhig.
Ganz ohne Eile.
Und du spürst:
Es tut gut, nicht allein zu sein.

Auch hier findest du eine Fantasiereise mit Maiglöckchen: Maiglöckchenfantasie

.

Mitmachaufgaben – Mach mit!

Für Kinder
• Male die kleine Waldmaus und die Maiglöckchen
• Welche Farben haben sie?
• Male den Igel dazu

Für draußen
• Suche Frühlingsblumen
• Rieche vorsichtig an Blumen
• Welche Düfte gefallen dir?

Für Gespräche
• Erzähle eine Situation, in der dir jemand geholfen hat
• Wann warst du selbst ein guter Freund?

Kreativ
• Bastle kleine „Blütenglöckchen“ aus Papier
• Male ein „Duftbild“ – wie würdest du einen Duft malen?

Für Senioren / Gruppen
• Welche Blumen aus deiner Kindheit kennst du noch?
• Gab es Düfte, die dich besonders begleitet haben?
• Erinnerst du dich an Frühlingsspaziergänge?

.

Sachtext: Maiglöckchen

Maiglöckchen sind typische Frühlingsblumen.
Sie wachsen vor allem in Wäldern und an schattigen Orten.
Ihre kleinen weißen Blüten hängen wie Glöckchen an einem Stiel.
Daher kommt auch ihr Name.
Viele Menschen mögen Maiglöckchen sehr.
Sie duften angenehm und werden oft mit dem Frühling verbunden.
Doch Maiglöckchen haben eine besondere Eigenschaft:
Sie sind giftig.
Das bedeutet:
Man darf sie nicht essen oder in den Mund nehmen.
Alle Teile der Pflanze enthalten Stoffe, die dem Körper schaden können.
Für Tiere gilt das übrigens auch.
Darum ist es wichtig:
Nur anschauen und riechen. Nicht pflücken oder essen.

💡 Wusstest du?
• Maiglöckchen blühen meist im Mai
• Sie wachsen oft in Gruppen und bedecken ganze Waldböden
• Ihr Duft wird sogar in Parfüm verwendet
• Trotz ihrer Schönheit gehören sie zu den giftigen Pflanzen

Illustration Wusstest du: Igel im Wald - Maiglöckchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ausmalbilder

 

Ausmalbild Maus trifft Igel im Wald -

 

Ausmalbild Maus und Igel im Wald - Maiglöckchen

 

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