Ernte aus dem Müll
Ernte aus dem Müll
Erntedankgeschichte für Kinder über Lebensmittelverschwendung
„DIE ERNTE IST KOSTBAR !!!“
Was geschieht eigentlich mit Lebensmitteln, die nicht mehr verkauft werden? Annabel, Jan und Mark entdecken hinter einem Supermarkt Kisten mit Äpfeln, Gemüse und Brot. Sie machen Fotos und haben dann eine ungewöhnliche Idee für den Erntedankmarkt. Eine Erntedankgeschichte für Kinder über Lebensmittelverschwendung, Wertschätzung und die Frage: Muss ein Apfel eigentlich perfekt aussehen?
Mit Erstleserfassung, Fragerunde, Mitmachideen, Ausmalbild.
Ernte aus dem Müll
„Hey! Wartet mal!“
Auf dem Heimweg blieb Annabel so plötzlich stehen, dass Jan beinahe in sie hineingelaufen wäre.
„Was ist denn?“, murrte er.
„Da!“ Annabel zeigte auf einige Kisten, die hinter dem Supermarkt standen.
„Kisten!“ Mark grinste spöttisch. „Wie spannend!“
„Du sollst nicht die Kisten angucken“, rief Annabel aufgeregt. „Schau doch mal, was in diesen Kisten liegt.“
Nun sahen Jan und Mark es auch. Äpfel und Birnen lagen dort, in einer anderen Kiste Salatköpfe und Möhren. Daneben lagen Brote in einer großen Box. Sogar ein paar Blumensträuße waren dabei.
Ein Mann kam aus der Hintertür des Supermarktes und stellte eine weitere Kiste dazu.
„Werfen Sie das alles weg?“, fragte Annabel.
Der Mann nickte. „Ein Teil davon.“
Die Kinder starrten ihn an. Sie konnten es nicht fassen.
„Die Äpfel auch?“, fragte Jan. „Die sehen doch noch gut aus.“
„Manche haben Druckstellen. Die kann man nicht mehr verkaufen. Und die Salate auch nicht. Sie sind nicht mehr frisch genug.“
Mark nahm einen der Äpfel in die Hand und betrachtete ihn. „Der hat eine braune Stelle. Eine sehr kleine nur.“
Der Mann zuckte mit den Schultern. „Die Kunden kaufen solche Früchte nicht mehr. Sie suchen sich lieber einen Apfel ohne braune Stelle aus.“
„Naja“, murmelte Jan. „Es kostet halt Geld und da will man keine Flecke im Obst.“
Betreten sahen die Kinder einander an. Sie verstanden es … und auch wieder nicht.
„Und was passiert mit dem Brot?“, fragte Annabel schließlich.
„Manches wird abgeholt und weitergegeben“, erklärte der Angestellte. „Aber alles lässt sich nicht retten. Leider. Und ehrlich, mir gefällt das auch nicht.“
Jan hatte inzwischen sein Handy aus der Tasche gezogen. „Darf ich ein Foto machen?“, fragte er.
„Von den Kisten? Meinetwegen.“
Klick!
Jan fotografierte die Äpfel. Klick!
Die Salate. Klick!
Das Brot und die Blumen.
„Und nun noch dieser Apfel hier.“ Mark hielt den Apfel mit der kleinen braunen Stelle hoch. „Der sieht doch noch prima aus. Von der anderen Seite jedenfalls.“
Klick!
Annabel lachte. Dann wurde sie wieder ernst.
„Ich habe eine Idee!“, sagte sie. „Am Sonntag ist doch der Erntedankmarkt.“
Jan und Mark sahen sie an. „Na und?“
„Na ja! Dort wird die Ernte gezeigt. Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel, Trauben und so.“
„Na und?“, fragte Mark noch einmal.
Annabel deutete auf die Kisten. „Und wir zeigen, was nach der Ernte übrig bleibt.“
„Cool!“ Jetzt verstanden die Freunde.
„Genau! Wir zeigen unsere Ernte aus dem Müll!“, rief Jan.
„Aber wir nehmen hier nichts mit“, sagte Mark schnell. „Das ist nämlich verboten.“
„Brauchen wir doch gar nicht.“ Jan hielt sein Handy hoch. „Unsere Ernte ist hier drin.“
Und ernst nickten sie einander zu.
Am Sonntag stand auf dem Erntedankmarkt zwischen Kürbissen, Äpfeln, Marmeladengläsern und bunten Herbstblumen ein ungewöhnlicher Tisch.
Darauf lagen keine Lebensmittel. Nein, Fotos lagen da! Fotos von Äpfeln mit kleinen Druckstellen, von welkem Salat, übrig gebliebenem Brot und Blumen, die nicht mehr schön genug für den Verkauf waren.
In der Mitte stand eine leere Kiste mit einem Schild, und darauf hatten die Kinder mit drei Ausrufezeichen geschrieben:
DIE ERNTE IST KOSTBAR !!!
Viele Leute blieben vor ihrem Tisch stehen. Manche schüttelten den Kopf.
Manche erzählten, was sie selbst mit altem Brot oder schrumpeligen Äpfeln machten.
Und eine ältere Frau betrachtete lange das Foto von Marks Apfel.
„Wegen so einer kleinen braunen Stelle?“, fragte sie schließlich.
Mark nickte.
Die Frau lächelte. „Die hätte ich einfach weggeschnitten.“
„Ich jetzt auch“, sagte Mark. Dann lächelte auch er.
© Elke Bräunling
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🍎 Geschichten zu Ernte und Erntedank findest du hier:
- 🍂 Das Dankefest zum Erntedank
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- 🌟 Das Jahr der Erntefeste
- 🌿 Oma erzählt das Märchen von der Kornähre
- 🧺 Die kleine Waldmaus und der Erntetag
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📖 Gedichte zum Erntedank:
- 🍁 Ernte im Herbst
- 🥕 Köstlichkeit in dunkler Erde
- 🙏 Erntedankgedicht
- 🌰 Nüssegeflüster
- 👵 Bei Oma im Herbst
- 💃 Ernte-Tanzlied

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Ernte aus dem Müll – Erstleserfassung
Annabel, Jan und Mark sind auf dem Heimweg.
Sie gehen an einem Supermarkt vorbei.
Da sieht Annabel einige Kisten.
„Schaut mal!“, ruft sie.
In den Kisten liegen Äpfel und Birnen.
Da sind auch Salat, Möhren und Brot.
Ein Mann kommt aus dem Supermarkt.
„Werden die Sachen weggeworfen?“, fragt Annabel.
„Ein Teil davon“, sagt der Mann.
Mark nimmt einen Apfel.
Er hat eine braune Stelle.
„Wegen der kleinen Stelle?“, fragt Mark.
Der Mann nickt. „Viele Leute möchten nur schöne Äpfel kaufen.“
Jan holt sein Handy heraus. „Darf ich Fotos machen?“
Der Mann erlaubt es.
Jan fotografiert die Äpfel, das Brot und das Gemüse.
Da hat Annabel eine Idee.
„Am Sonntag ist Erntedankmarkt!“, sagt sie.
„Na und?“, fragt Mark.
„Wir zeigen dort unsere Fotos.“
Am Sonntag haben die drei einen eigenen kleinen Tisch.
Darauf liegen keine Lebensmittel.
Dort sind nur die Fotos.
Daneben steht eine leere Kiste.
Viele Leute bleiben stehen.
Sie reden darüber, was man mit altem Brot, weichen Äpfeln oder anderem Essen noch machen kann.
Eine ältere Frau sieht das Foto von Marks Apfel.
„Die braune Stelle hätte ich einfach weggeschnitten“, sagt sie.
Mark nickt.
„Ich jetzt auch.“
© Elke Bräunling
Fragerunde zur Erntedankgeschichte
1 Was entdecken Annabel, Jan und Mark hinter dem Supermarkt?
2 Warum werden manche Äpfel nicht mehr verkauft?
3 Was macht Jan mit seinem Handy?
4 Welche Idee hat Annabel für den Erntedankmarkt?
5 Warum nehmen die Kinder die Lebensmittel nicht mit?
6 Was sagen die Leute am Stand der Kinder?
7 Was würdest du mit einem Apfel machen, der eine braune Stelle hat?
8 Gibt es bei euch zu Hause manchmal Lebensmittel, die nicht mehr ganz frisch aussehen? Was macht ihr damit?
9 Was kann man aus altem Brot noch machen?
10 Was bedeutet für dich: Lebensmittel wertschätzen?
Mitmachideen gegen Lebensmittelverschwendung
Der Lebensmittelretter-Check
Schaut euch gemeinsam Obst und Gemüse an. Ein Apfel mit einer Druckstelle, eine krumme Möhre oder eine Banane mit braunen Punkten eignen sich besonders gut.
Was davon würdet ihr noch essen? Was kann man wegschneiden? Was könnte man daraus kochen oder backen?
Wichtig: Die Kinder sollen nichts probieren, das verdorben oder verschimmelt ist. Es geht um Lebensmittel, die noch gut sind, aber nicht mehr perfekt aussehen.
Aus alt wird lecker
Sammelt Ideen, was aus Lebensmitteln werden kann, die nicht mehr ganz frisch sind:
Altes Brot → Brotwürfel, Semmelbrösel, Arme Ritter
Weiche Äpfel → Apfelmus oder Kuchen
Sehr reife Bananen → Bananenmilch oder Bananenkuchen
Weiches Gemüse → Suppe oder Soße
Vielleicht kennt Oma oder Opa noch ganz andere Ideen.
Unsere krumme Ernte
Jedes Kind malt ein Lebensmittel, das nicht perfekt aussieht: einen krummen Apfel, eine zweibeinige Möhre, eine kleine Kartoffel oder eine Gurke mit einer lustigen Kurve.
Alle Bilder kommen in eine große gemalte Kiste.
Darüber steht:
Unsere krumme Ernte – schmeckt trotzdem!
Kleine Forscheraufgabe
Schaut bei eurem nächsten Einkauf einmal genauer hin:
Gibt es eine Ecke mit Lebensmitteln, die bald ablaufen und deshalb billiger sind?
Werden einzelne braune Bananen angeboten?
Gibt es Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern?
Danach könnt ihr erzählen, was ihr entdeckt habt.
Gesprächsimpuls – Muss Essen schön sein, damit es schmeckt?
Legt – wenn möglich – zwei Äpfel nebeneinander: einen besonders schönen und einen mit einer kleinen Druckstelle.
Welchen würdet ihr zuerst nehmen?
Und warum?
Vielleicht sieht der zweite Apfel nicht perfekt aus.
Aber weiß unsere Zunge eigentlich, welcher Apfel schöner war? 🍎
Kleine Merksätze
Eine braune Stelle macht noch keinen schlechten Apfel.
Erst schauen, riechen und prüfen! Dann entscheiden.
Nicht alles, was nicht mehr schön aussieht, gehört in den Müll.
AUSMALBILD





