Das kleine Gespenst und das Gewitter
Das kleine Gespenst und das Gewitter
Eine lustige Gespenstergeschichte über Angst, Mut und ein Gewitter
Ein Gespenst, das sich vor Gewitter und Nebel fürchtet?
Diese lustige Gespenstergeschichte für Kinder erzählt von einem kleinen Angsthasengespenst, das sich an einem nebligen Tag besonders mutig fühlt. Doch dann begegnet ihm ein Mädchen, und ausgerechnet da kehrt das Gewitter kehrt.
Für Kinder ab 5 Jahren mit Erstleserfassung, Fragerunde, Mitmachidee und Wetterwissen (Wissenskärtchen s.u.)
Das kleine Gespenst und das Gewitter
Ein grausiges Gewitter hat über dem Berg gewütet. Nun aber ist es weitergezogen und der Wald ist in eine dichte Nebelwolke gehüllt. Das ängstliche kleine Gespenst von Burg Donnerstein atmete auf. Es konnte Gewitter nämlich nicht leiden.
„Wie gut, dass der Teufelsspuk vorbei ist“, murmelte es und spähte ins Tal hinab. Nebeltrüb war es dort.
Heute, dachte es, ist dort unten bestimmt nichts los. Bei diesem scheußlichen Nebel bleiben die Menschen, vor denen mir so sehr graut, zu Hause. Auch den Hexen und Geistern, die mich immer als Angsthasengespenst verspotten, werde ich nicht begegnen. Die warten bestimmt in ihren Geisterhäusern auf besseres Wetter.
So dachte das kleine Gespenst und schwebte talwärts. Es fühlte sich sehr mutig. Wer wagte es auch schon, sich an einem so finsteren Tag draußen herumzutreiben?
„Nur einer“, rief es und kicherte. „Ich nämlich. Das kleine, ängstliche – pardon – mutige Gespenst von Burg Donnerstein! Hihi! Alle werden staunen, wenn sie von meinem Ausflug erfahren. Nie wieder werden sie lachen und ‚Angsthäschen‘ zu mir sagen.“
Es näherte sich dem Dorf. Nur schemenhaft konnte es die Häuser erkennen. Bestimmt, malte es sich aus, werden die Leute grausig erschrecken, wenn ich an ihren Fensterläden rüttele und heule und stöhne. Was für ein Spaß würde das sein! Huiii! Huhaaa!
„Huhii! Huhaaa!“, brüllte das kleine Gespenst probehalber, und weil keiner antwortete, übte es sein „Huhii! Huhaaa!“ gleich noch ein paar Mal so laut es konnte.
Auf einmal hörte es vor einem Haus eine Männerstimme fragen:
„Bist du ein Angsthase und fürchtest du dich vor dem Nebel da draußen?“
Das kleine Gespenst erschrak. Sprach der unsichtbare Mann etwa mit ihm? Seine Knochen fingen heftig an zu klappern.
„Schnell, ich muss hier weg“, heulte es. „Huhaa!“
Aber bevor es sich aus dem Staub machen konnte, öffnete sich eine Tür und ein kleines Mädchen trat aus dem Haus.
„Ich bin doch kein Angsthase!“, sagte es zu dem Mann. „Vor Nebel fürchte ich mich nicht. Hörst du? Auch nicht vor Gewitter. Und vor Geistern schon dreimal nicht.“
„G-G-Geister?“, stammelte das kleine Gespenst. „W-w-wo sind Geister?“
In dem Moment donnerte es laut. Das Gewitter. Es kehrte zurück.
Vor Grauen wurde das kleine Gespenst blass und blasser und seine Beinknochen fühlten sich an wie Pudding.
„Hi-hi-hilfe, das Gewitter!“, schrie es. „Nichts wie weg hier!“
Und während das kleine Mädchen mutig und mit erhobenem Kopf trotz Wolkennebel und Gewitterdonner die Straße entlang ging, sauste das kleine Gespenst wie von hundert und mehr Geistern gejagt heimwärts durch den Wald hinauf in sein sicheres Plätzchen auf Burg Donnerstein. Vom Spuken hatte es die Nase für heute erst einmal voll.
© Elke Bräunling
👻 „Ich bin mutig!“
⛈️ RUMMS!
👻 „Das war nur eine vorläufige Einschätzung.“
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Das kleine Gespenst und das Gewitter – Erstlesergeschichte
Auf Burg Donnerstein lebt ein kleines Gespenst.
Es ist ein sehr ängstliches Gespenst.
Besonders fürchtet es sich vor Gewittern.
Eines Tages zieht ein starkes Gewitter über den Berg.
Das kleine Gespenst versteckt sich.
Endlich hört der Donner auf.
„Zum Glück!“, sagt das Gespenst.
Draußen liegt nun dichter Nebel über dem Wald.
Das kleine Gespenst freut sich.
Bei diesem Wetter sind bestimmt keine Menschen unterwegs.
Vor Menschen fürchtet es sich nämlich auch.
Also schwebt es mutig ins Tal.
„Heute bin ich kein Angsthasengespenst!“, ruft es.
Bald erreicht es das Dorf.
Dort möchte es die Menschen erschrecken.
„Huhii! Huhaaa!“, übt es.
Da öffnet sich plötzlich eine Haustür.
Ein kleines Mädchen kommt heraus.
„Ich habe keine Angst vor Nebel“, sagt es. „Auch nicht vor Gewitter. Und vor Geistern schon gar nicht!“
Das kleine Gespenst erschrickt. „G-Geister? Wo sind Geister?“
Da donnert es plötzlich.
Das Gewitter kommt zurück!
„Hilfe!“, ruft das kleine Gespenst.
So schnell es kann, saust es zurück zur Burg Donnerstein.
Das Mädchen aber geht ruhig die Straße entlang.
Für heute hat das kleine Gespenst genug vom Spuken.
© Elke Bräunling
Fragen zur Gespenstergeschichte
👻 Wo wohnt das kleine Gespenst?
⛈️ Wovor hat es besonders große Angst?
🌫️ Warum freut es sich über den Nebel?
👻 Warum fühlt sich das Gespenst auf seinem Weg ins Tal plötzlich mutig?
🏠 Was möchte es im Dorf machen?
🔊 Wie übt das Gespenst das Spuken?
👧 Wen trifft es vor einem Haus?
💪 Wovor hat das Mädchen keine Angst?
⛈️ Was passiert plötzlich?
🏰 Wohin flüchtet das kleine Gespenst?
😊 Was findest du an der Geschichte besonders lustig?
💭 Gibt es etwas, vor dem du dich manchmal fürchtest?
👻 Meinst du, ein Gespenst darf auch Angst haben?
Mitmachidee – So spukt das kleine Gespenst
👻 Das mutige und das ängstliche Gespenst
Die Kinder dürfen ausprobieren, wie das kleine Gespenst klingt:
Leise und ängstlich:
„Hu… hii…?“
Dann besonders mutig und großspurig:
„HUHII! HUHAAA!“
Und schließlich beim Gewitter wieder ganz erschrocken:
„Hi-hi-hilfe!“
Dazu können sie mit Körperhaltung und Gesicht zeigen, wie sich das Gespenst gerade fühlt.
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