Der Apfelkönig und seine Kinder

Der Apfelkönig und seine Kinder

Apfelmärchen in der Erntezeit

„Das, was wir in Liebe wachsen lassen, kann anderen eine Freude schenken“

Titel + Illustration Apfelkönig liebkost einen ApfelNun ist’s Zeit, die Äpfel zu ernten, sagt der Apfelkönig. „Zum Genuss nämlich seid ihr auf der Welt.“
Ein zärtliches Märchen rund um die Apfelernte: Der Apfelkönig liebt seine kleinen Apfelkinder, doch nun heißt es Abschied nehmen. Ein poetischer Text über Loslassen, Freude und Dankbarkeit. Mit Ausmalbild, einfacher Sprachfassung, Erstleserfassung, Mitmachideen und Audio.

 

 

Der Apfelkönig und seine Kinder

Illustration Apfelkönig sitzt am Apfelbaum gelehnt, lächelt, träumt„Oh! Hey! Hallo!“, rief der Apfelkönig. „Endlich werden meine Kinder, die lieblichen Äpfelchen mit ihren roten Bäckchen, erlöst. Ich dachte schon, da ist keiner, der sie pflücken oder von der Wiese auflesen möchte. Was für ein Unglück wäre das!“
Der Apfelkönig, der seine Äpfel so sehr liebte, dass er mit ihnen nur in der Kindersprache sprach, atmete auf.
Illustration Apfelkönig liebkost einen ApfelGerade eben war nämlich Bauer Franz mit seinem Trecker gekommen. Er hatte viele leere Körbe auf den Anhänger geladen, die nun mit Äpfeln gefüllt werden sollten.
„Sehr ihr, meine Kinderchen, ihr werdet sogar mit diesem wunderbaren Gefährt abgeholt. Ist das nicht wunderbar?“
„Hallo, ihr süßen Schätzchen. Nun endlich seid ihr an der Reihe“, rief im gleichen Augenblick Bauer Franz. „Ich habe viele Plätzchen für euch.“
Er rieb sich voller Vorfreude den Bauch.
„Schätzchen? Und Plätzchen? Das sind doch meine Worte!“ Der Apfelkönig wunderte sich.
Bauer Franz lehnte seine Leiter an den ersten Apfelbaum, kletterte hinauf und pflückte Apfel für Apfel. Behutsam legte er die empfindlichen Früchte in den Korb.
Illustration Bauer Franz pflückt Äpfel vom Baum, Apfelkönig sitzt im Stamm und lächeltDer Apfelkönig war froh darüber, dass der Franz so zart mit seinen Kindern umging. Bestimmt würden sie es gut bei ihm haben. Er glitt aus seinem Baumwurzelversteck, schlich zum Apfelkorb und streichelte über die Apfelbäckchen. Die röteten sich noch ein bisschen mehr und über ihre Haut legte sich eine feine, glänzende Schicht.
„Wie bezaubernd ihr ausseht! Man wird sich um euch reißen, ihr Lieben!“
Die Äpfel bekamen es nun doch mit der Angst zu tun. Wer würde sich um sie reißen? Und würden sie dabei zu Schaden kommen?
„Was wird denn nun aus uns werden, lieber König?“, fragte einer.
„Nur das Beste“, antwortete der Apfelkönig. „Ich entlasse euch nun in euer neues Leben. Es wird kurz sein und aufregend und ihr werdet es genießen. Zum Genuss nämlich seid ihr auf der Welt.“
Illustration Bauer Franz fährt mit einem Wagen voller Äpfel davon, Apfelkönig lehnt am Stamm des Apfelbaumes und winkt ihm hinterherIn diesem Augenblick packte Bauer Franz den Korb und hievte ihn auf den Anhänger. Er nahm gleich einen neuen, leeren Korb und stieg wieder auf die Leiter. Der Apfelkönig aber hatte sich schnell in den Korb gesetzt und war zusammen mit dem Franz in der Baumkrone gelandet. Stolz betrachtete er von hier sein Apfelland.
„So geht es“, sagte er zufrieden. „Und es wird immer so weiter gehen. Ein Kommen und Gehen ist es jedes Jahr aufs Neue. Meine Apfelkinder werden Freude bringen und Gutes tun. Ich aber werde mich nun zurückziehen und Kräfte tanken für das nächste Apfeljahr.“

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

💬 Wer gut für etwas sorgt, macht vielen anderen eine Freude.

Hier erzählt euch Regina das Märchen vom Apfelkönig

 

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Der Apfelkönig und seine Kinder – Kurzfassung für Erstleser

Hoch oben in einem alten Apfelbaum wohnte der Apfelkönig.
Die roten Äpfel nannte er seine Kinder.
Jeden Morgen sah er nach ihnen.
„Wachst schön heran!“, sagte er liebevoll.
„Ihr sollt vielen Menschen Freude schenken.“
Bauer Franz kam in den Garten.
Er pflückte nur die reifen Äpfel.
„Danke für eure guten Gaben“, sagte er.
Der Apfelkönig lächelte.
Er wusste:
Die Äpfel würden nun zu vielen Familien kommen.
Kinder und Erwachsene würden sie essen.
Manche würden Apfelmus daraus kochen.
Andere backten einen Apfelkuchen.
Das machte den Apfelkönig glücklich.
Am Abend fuhr Bauer Franz mit seinem Wagen davon.
Der Apfelkönig winkte ihm nach.
„Kommt gut an, meine Kinder“, flüsterte er.
Dann setzte er sich wieder unter seinen alten Baum.
Und freute sich schon auf den nächsten Herbst.
© Elke Bräunling

 

Fragerunde

• Wo wohnte der Apfelkönig?
• Wen nannte er seine Kinder?
• Was sagte er jeden Morgen zu den Äpfeln?
• Wer kam in den Garten?
• Pflückte Bauer Franz alle Äpfel?
• Was machten die Menschen später mit den Äpfeln?
• Warum freute sich der Apfelkönig?
• Wem winkte er am Abend nach?
• Welche Apfelsorte isst du am liebsten?
• Hast du schon einmal Äpfel gepflückt?

 

Mitmachideen

🍎 Apfelkinder zählen
Lege einige Äpfel in die Mitte.
Die Kinder zählen sie gemeinsam.
Dann sucht sich jedes Kind einen Apfel aus und beschreibt ihn.
• Ist er groß oder klein?
• Rot, gelb oder grün?
• Rund oder etwas krumm?

🍎 Danke, lieber Apfelbaum!
Die Kinder stellen sich vor, sie wären ein Apfelbaum.
Sie strecken die Arme wie Äste aus.
Nun bewegen sie sich langsam im Wind.
Zum Schluss sagen alle gemeinsam:
„Danke, lieber Apfelbaum!“

🍎 Ein Apfel für dich
Jedes Kind bekommt einen Papierapfel.
Darauf malt oder schreibt es etwas Schönes.
Zum Beispiel:
• ein Lächeln
• ein Herz
• eine Sonne
• einen lieben Gruß
Anschließend verschenkt jedes Kind seinen Apfel an ein anderes Kind.

🍎 Apfelreise
Die Kinder überlegen gemeinsam:
Wo kann ein Apfel überall hinkommen?
Zum Beispiel:
• in einen Obstkorb
• in die Schultasche
• auf den Frühstückstisch
• in einen Kuchen
• ins Apfelmus
• in den Saft
• zu den Tieren
Vielleicht fällt ihnen noch viel mehr ein.

🍎 Wer bin ich?
Ein Kind stellt einen Apfel dar.
Die anderen überlegen:
Ist er noch am Baum?
Liegt er im Korb?
Oder wurde aus ihm schon Apfelkuchen?
Die Kinder spielen die passende Bewegung dazu.

🍎 Ein Korb voller Freude
Alle sitzen im Kreis.
Ein Ball oder Stoffapfel wird herumgegeben.
Wer ihn in der Hand hält, sagt:
„Ich freue mich über …“
Zum Beispiel:
• einen Apfel
• meinen Garten
• den Herbst
• meine Familie
• einen Freund
So entsteht am Ende ein ganzer Korb voller Freude.

 

 

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