Wo kommt das Brot her?

Wo kommt das Brot her?

Kindergeschichte über Ähren und Mehl

Titel + Illustration Junge kniet vor zertretenen Ähren im WeizenfeldLebensmittel wertschätzen ist wichtig.

„Viele Menschen sehen nur ein Feld. Ich sehe Brot.“

Brot gehört für viele Menschen jeden Tag auf den Tisch. Doch wo beginnt eigentlich der Weg vom Korn zum Brot? Als Anton mit seinem Opa ein Weizenfeld besucht, entdeckt er, dass hinter jedem Brot viel Arbeit steckt. Eine nachdenkliche Geschichte über Kornfelder, Lebensmittel und die Frage, warum wir sorgsam mit unserer Nahrung umgehen sollten.
Diese Geschichte eignet sich besonders für Kinder ab 5 Jahren, Kindergarten und Grundschule, Sachunterricht rund um Landwirtschaft und Ernährung, Gespräche über Lebensmittelwertschätzung, Familien, Schulen und Kitas und Projekte zu Bauernhof, Getreide und Brot. Mit Arbeitsmodul.

Inhalt
🌾 Geschichte
📖 Für Erstleser
Fragerunde
🎲 Mitmachideen
🍞 Woher kommt das Brot?
👍🏻 AUSMALBILD

 

Wo kommt das Brot her?

Illustration Junge und älterer Mann (Bauer) stehen vor Weizenfeld, das in Teilen zertreten ist, am Rand ein paar leere Bierflaschen„Oh! Oh! Wer hat denn hier gehaust!“
Erschrocken starrt Bauer Franz auf das Weizenfeld, das neben seinem Rübenacker liegt. Zerzaust ist es. Kreuz und quer liegen die Halme auf dem Boden. Manche sind geknickt, andere niedergetreten. Wo sich gestern noch goldene Ähren im Wind gewiegt haben, sieht es nun aus, als hätte jemand mitten im Feld getanzt.
„Schade um das schöne Korn“, murmelt er traurig.
Auch der kleine Anton schaut auf das Feld.
„Es sind doch nur Halme“, meint er.
„Nur Halme?“ Bauer Franz, der Antons Opa ist, schüttelt den Kopf. „Nein, Anton. Hier wächst unser Brot.“
„Brot?“ Anton kichert. „Auf dem Acker wächst doch kein Brot!“
„Aber ja. Aus Korn wird Mehl und mit Mehl werden Brot und , Brötchen und viele andere Dinge gebacken. Viele Menschen sehen nur ein Feld. Ich sehe Brot.“
Anton schaut noch einmal genauer hin. Plötzlich sieht das Feld ganz anders aus.
Er stellt sich vor, wie aus den Ähren Mehl gemahlen wird und wie daraus Brot entsteht, leckerer Kuchen und vielleicht sogar seine Lieblingspizza.
„Das ist ja schade“, sagt er leise.
„Ja“, meint Opa. „Sehr schade ist das. Und auch sehr gemein.“
Illustration Junge kniet vor zertretenen Ähren im WeizenfeldEr bückt sich und betrachtet die niedergetretenen Halme genauer.
„Wildschweine waren das diesmal nicht“, sagt er ärgerlich und deutet auf drei leere Bierflaschen, die auf dem Feld liegen. „Das hier haben Menschen angerichtet.“
Anton versteht nicht ganz. „Warum machen Menschen denn so etwas?“
Opa Franz zuckt mit den Schultern. „Ja. Warum?“, brummt er. „Das frage ich mich auch manchmal. Vielleicht haben Spaß daran?“
Eine Weile stehen beide schweigend da.
Der Wind streicht über die Ähren, die noch aufrecht stehen. Einige der niedergetretenen Halme bewegen sich ebenfalls ein wenig, als wollten sie sich wieder aufrichten.
Anton kniet sich hin und streicht vorsichtig darüber.
„Wachst schön weiter“, flüstert er.
„Geben wir ihnen etwas Ruhe!“, schlägt Opa Franz vor. „Vielleicht erholen sich einige von ihnen über Nacht. Morgen kommen wir wieder.“
Anton nickt. Ja, morgen.
Auf dem Heimweg denkt er lange nach.
Warum achten manche Menschen so wenig auf die Dinge, die sie jeden Tag brauchen?
Warum vergessen sie, wo das Brot wächst? Sie wissen doch, dass man die Ähren braucht und das Mehl braucht, um zu backen! Oder wissen sie es nicht?
Illustration Junge und älterer Mann (Bauer) auf dem Heimweg entlang der WeizenfelderNie werde ich so etwas machen und ich werde auch nicht zulassen, dass es andere tun!, denkt Anton.
Ja, niemals würde er achtlos durch ein Kornfeld laufen. Und wenn jemand neben ihm vergessen sollte, wo das Brot wächst, dann würde er es ihm erzählen.
Und du? Hast du schon einmal darüber nachgedacht, wo dein Brot herkommt?

© Elke Bräunling

💬 Hast du schon einmal ein Kornfeld gesehen? Und welches Brot oder Brötchen isst du am liebsten? 🌾🍞💛

 

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