Ein wundersamer Sommertag
Ein wundersamer Sommertag
Ein Umweltmärchen über Bienen, Wespen und Hornissen – Die Welt gehört allen
Alle Tiere haben ihren Platz in der Natur.
Warum haben viele Menschen Angst vor Bienen, Wespen oder Hornissen? Und was würden die kleinen Insekten wohl über uns erzählen? Dieses Umweltmärchen über Respekt, Artenvielfalt und das friedliche Miteinander lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, die Natur einmal aus einer ganz anderen Perspektive zu betrachten. Für Kinder ab 5 mit Arbeitsmodul.
Inhalt:
Ein wundersamer Sommertag |
Erstleserfassung |
Fragerunde |
Mitmachideen |
Sachtext |
Ausmalbild
Ein wundersamer Sommertag
Viel Betrieb herrschte im Rosenbusch am Gartenhäuschen. Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen summten und surrten um die Blütenkelche. Heute aber waren die kleinen Strauchgäste nicht so begierig auf Nahrungssuche aus. Sie unterhielten sich. Über die Menschen, von denen sie nur selten Gutes zu berichten wussten. Die Zweibeiner schlugen nämlich meist nach ihnen oder sie versuchten, sie mit Spraydosen zu vergiften oder sie verjagten sie mit Fliegenklatschen und anderen schmerzhaften Geräten von Blüten, Kuchenstücken und Picknickdecken.
„Es scheint, als fürchteten sie uns“, wunderte sich eine Hummel. „Dabei habe ich noch nie einem Menschenwesen etwas zuleide getan.“
„Ich auch nicht!“
„Ich schon gar nicht!“
„Denkt ihr, wir?“
Rummelig ging es zu. Die Tiere waren sich einig. Keines von ihnen mochte einem Lebewesen wehtun. Warum nur wussten die Menschen, die doch sonst immer alles zu wissen vorgaben, dies nicht?
„Gestern allerdings“, wunderte sich eine Wespe, „ist mir etwas Seltsames passiert. Ich stillte im Himbeerstrauch meinen Hunger, als ein Kind mit einer Schüssel kam. Schon wollte ich fliehen, doch denkt, das Kind schlug nicht nach mir! Nein, es fragte höflich, ob es sich auch Beeren nehmen könne. Natürlich hatte ich nichts dagegen. Früchte gehören allen Lebewesen. Das Kind füllte seine Schüssel und verabschiedete sich mit einem fröhlichen ´Tschüs´! Ich sage euch, meine Verwunderung war groß.“
„Etwas Ähnliches ist mir gestern auch passiert“, sagte die Biene. „Auf der Kleewiese war´s, wo ich mich mit meinen Kolleginnen tummelte. Wir waren beim Nektarsammeln, als ein Pärchen kam. Wir wollten das Feld räumen, doch da fragten die jungen Leute höflich, ob sie für eine Weile neben uns Platz nehmen dürften. ´Die Wiese gehört allen´, haben wir geantwortet, ja, und da haben sie sich neben uns gelegt. Wir konnten ungestört unsere Arbeit fortsetzen. Ehrlich gesagt, es hat Spaß gemacht, um die beiden herumzusummen, und die haben sich später dann sogar für unser schönes Wiesenkonzert bedankt. Was sagt ihr dazu?“
„Verstehe einer die Menschen“, brummte die Hornisse. „Uns haben sie – aus Furcht – fast ausgerottet. Gestern aber hat mich ein Mann vorsichtig auf einer Zeitung aus dem Haus getragen, in das ich mich verirrt hatte. ´Machs gut´, hat er mir hinterher gerufen. Seltsam, nicht?“
„Ja, seltsam.“ Jedes Tier wusste eine ähnlich wundersame Geschichte vom gestrigen Tag zu erzählen.
„Vielleicht haben wir uns in den Menschen getäuscht“, meinte die Wespe.
„Oder haben sich die Menschen geändert?“, überlegte die Hummel.
„Recht wäre es“, sagte die Hornisse. „Die Welt gehört allen.“
„Hurra“, freuten sich die Bienen. „Sie scheinen es begriffen zu haben, die Menschen.“
Plötzlich hörten sie Menschenstimmen.
„Igitt!“, schrie eine Stimme entsetzt. „Unser Rosenbusch ist voller Ungeziefer! Sie werden uns stechen! Hilfe!“
„Dagegen müssen wir etwas unternehmen“, rief eine andere Stimme.
Schon näherten sich Menschenhände mit Stöcken und Giftdosen dem Busch.
„Haut ab, ihr Mistviecher!“, brüllten die Stimmen.
Da machten die Tiere, dass sie davonkamen.
„Das gestern war wohl nur ein Traum gewesen…!? “, sagte die Hornisse später traurig. „Oder?“
© Elke Bräunling
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🍯 Nektar für die Bienen
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💧 Wasser für die Bienen
🐝 Der Hunger der Bienen
💛 Der Traum der kleinen Biene
🌳 Wie der alte Kirschbaum zum Bienenhaus wurde
Ein wundersamer Sommertag – Erstleserfassung
Im Rosenbusch summte und brummte es.
Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen flogen von Blüte zu Blüte.
Heute sammelten sie aber nicht nur Nektar.
Sie erzählten sich Geschichten.
„Die Menschen haben oft Angst vor uns“, sagte die Hummel. „Dabei wollen wir niemandem wehtun.“
Die Wespe nickte. „Gestern war ein nettes Kind bei den Himbeeren. Es fragte mich sogar, ob es Beeren pflücken darf.“
„Mir ging es genauso“, sagte die Biene. „Ein junges Paar setzte sich ganz vorsichtig auf die Wiese und ließ uns in Ruhe arbeiten.“
Die Hornisse erzählte: „Ein Mann hat mich aus seinem Haus getragen und freundlich verabschiedet.“
Alle staunten.
„Vielleicht haben sich die Menschen verändert“, sagte die Hummel.
„Die Welt gehört doch uns allen“, rief die Biene.
„Und das ist gut so“, meinte die Wespe.
Alle waren sich einig.
Da hörten sie plötzlich Stimmen.
„Igitt!“, riefen sie. „Hier ist überall Ungeziefer! Sie werden uns stechen! Hilfe!“
Menschen kamen mit Stöcken und Sprühflaschen.
Die Tiere erschraken.
„Schnell weg!“, rief die Hornisse. „Gefahr!“
„Jaja! Gefahr!“
Schnell flogen die Tiere davon.
Traurig schaute die Biene ihnen hinterher und sagte:
„Vielleicht war der schöne Tag doch nur ein Traum.“
© Elke Bräunling
Fragen zum Umweltmärchen
• Welche Tiere treffen sich im Rosenbusch?
• Worüber sprechen sie?
• Warum haben viele Menschen Angst vor ihnen?
• Was erlebte die Wespe bei den Himbeeren?
• Was erzählte die Biene von der Blumenwiese?
• Wie half der Mann der Hornisse?
• Warum freuten sich die Tiere zuerst?
• Was geschah am Ende der Geschichte?
• Glaubst du, dass sich Menschen ändern können?
• Wie kannst du Bienen und andere Insekten schützen?
Mitmachideen rund um Bienen, Wespen und Hornissen
🐝 Genau hinschauen
Setze dich für fünf Minuten in den Garten oder auf eine Wiese. Welche Insekten kannst du entdecken?
🌼 Lieblingsblume finden
Welche Blumen mögen Bienen besonders? Male einen kleinen Bienengarten.
🎭 Rollenspiel
Einer spielt eine Biene, einer eine Wespe, einer einen Menschen. Wie könnte ein freundliches Gespräch aussehen?
🪻 Blumensamen säen
Sät gemeinsam bienenfreundliche Blumen in einen Topf oder ins Beet.
💛 Richtig verhalten
Überlegt gemeinsam:
• Was macht man, wenn eine Biene vorbeifliegt?
• Warum sollte man nicht nach ihr schlagen?
Warum sind Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen wichtig?
Warum sind Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen wichtig?
Viele Insekten besuchen Blüten. Dort finden sie ihre Nahrung: Nektar und Pollen.
Dabei tragen sie Blütenstaub von einer Blüte zur nächsten. Das nennt man Bestäubung.
Nur durch die Bestäubung bilden viele Pflanzen Früchte und Samen.
Ohne Bienen, Hummeln und andere Bestäuber gäbe es oft weniger Äpfel, Erdbeeren, Kirschen und viele andere Früchte.
Auch Wespen und Hornissen sind nützlich. Sie fangen viele Fliegen, Mücken und andere Insekten und helfen so, die Natur im Gleichgewicht zu halten.
Meist stechen diese Tiere nur, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihr Nest verteidigen müssen. Wer ruhig bleibt und sie nicht bedrängt, kann sie oft ganz friedlich beobachten.
Darum gilt: Die Welt gehört uns Menschen nicht allein. Auch Bienen, Hummeln, Wespen und Hornissen haben ihren wichtigen Platz in der Natur. 🌼🐝
Diese Geschichte findest du in dem Buch:

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