Archiv für lustige Kindergeschichte

Wenn Sommer und Herbst miteinander streiten


Wer ist die schönere und beliebtere Jahreszeit? Darüber streiten Herbst und Sommer und beide haben sehr gute Argumente. Aber warum müssen sie streiten? *…*

Also, da gibt es zwei, die haben nichts als Ärger miteinander. Es sind der Sommer und der Herbst. Beide wünschen sich nichts Sehnlicheres als eine Antwort auf die Frage, wer der Schönste von ihnen sei. Oft stehen sie vor dem berühmten Spiegel, der – so heißt es im Märchen – angeblich sprechen kann, und fragen: „Spieglein, Spieglein, an der Wand, wer ist der Schönste hier im Land?“
Wieder und wieder quälen sie den armen Spiegel mit dieser Frage, doch der schweigt.
„Mich lieben die Leute!“, prahlt der Sommer. „Ich schenke ihnen Wärme, helle Abende, Badefreuden, Barfußlaufen, Ferien, Glühwürmchen und bunte Blumenwiesen.“
„Ha!“, trumpft der Herbst auf. „Ich bin viel schöner mit meinen bunten Farben! ´Goldener Herbst´ nennt man mich. Und silbern funkeln kann ich mit meinem Nebelkleid auch. Damit kannst du nicht dienen.“
Der Sommer schüttelt den Kopf. “Kannst du süße Beeren, Erdbeertorte, Himbeereis, frische Tomaten, Gurken und duftende Grillwürste an warmen Sommerabenden bieten? Ich, der Sommer, bin ein Fest der Köstlichkeiten!“
Da lacht der Herbst: „Hoho! Die Jahreszeit der Erntefreuden bin bekanntlich ich! Wie sehr mögen die Menschen meine Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Trauben, Nüsse, Pilze, Kartoffeln und Feldfrüchte. Nein, mein Freund, dieses Spiel gewinne ich.
„Ich aber …“, fängt der Sommer wieder an.
„… ach, das ist doch noch gar nichts …“, unterbricht ihn der Herbst.
„… ja, wenn du wenigstens …“
„… das Beste ist immer noch …“
So streiten sie und streiten. Und um einander zu ärgern, pfuschen sie sich heimlich ins Handwerk. Oft schleicht sich der Herbst zur Spätsommerzeit heran und hüllt das Land in ein kühles Nebelgewand, um dem Sommer ein paar Sonnenstunden zu stehlen. Und der Sommer verjagt an manchen Herbsttagen die Nebelfiguren und Wolkenbilder und bringt so viel Wärme zurück, dass die Leute erfreut: „Wie schön! Altweibersommer!“, rufen.
So ärgern sich die beiden Jahr um Jahr, und es wird wohl auch immer so weitergehen, es sei denn, der berühmte Spiegel fällt endlich sein Urteil. Aber ehrlich, Zauberspiegel sind auch nicht mehr das, was sie mal waren, oder?

© Elke Bräunling

Aus dem Buch:
Hör mal, Oma! Ich erzähle dir eine Geschichte vom Herbst

Taschenbuch Hör mal, Oma! Ich erzähle dir eine Geschichte vom Herbst: Herbstgeschichten – von Kindern erzählt
Ebook: Hör mal, Oma! Ich erzähle Dir eine Geschichte vom Herbst *

 

 

NEU: Dieses Buch ist ab September 2017 in allen Buchhandlungen erhältlich

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23. August 2018 von Elke
Kategorien: Geschichten über Gefühle, Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Märchen, Naturgeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Der „Hai“ im Baggersee

Spaß am Baggersee. Was schwimmt denn da? Es sieht aus wie ein Hai. Oh!!!

An schönen Sommertagen verbringen die Freunde Mara, Lea, Max und Daniel an Wochenenden oder in den Ferien viel Zeit mit ihren Eltern am Baggersee. Manchmal zelten sie hier sogar. Das macht einen Riesenspaß, und wenn die Kinder ihre Schwimmflügel tragen, dürfen sie sogar alleine mit dem Gummiboot von Daniels Vater hinüber zu der kleinen Insel mitten im Baggersee rudern.
So auch heute.
Während Max und Daniel auf der Insel Robinson Crusoe spielen, planscht Lea im Wasser, baut einen Damm und sammelt Steine. Plötzlich sieht sie ein seltsames Ding im See. Es ist dreieckig und durchpflügt mit seiner spitzen Zacke rasch das Wasser.
Blitzschnell schwimmt es auf sie zu.
Lea erschrickt.
„Ein Hai!“, ruft sie. „Hilfe! Ein Hai!“
„Hoho!“ Max und Daniel lachen. „Im Baggersee gibt es keine Haie.“
Dann aber werden auch sie blass und starren auf die dreieckige Flosse, die nur noch wenige Meter von ihnen entfernt ist. Schon hat sie ihr Schlauchboot erreicht und lupft es nun so weit in die Höhe, dass das Boot für einen Moment in der Luft schwebt. Dann fällt es mit einem Plumps wieder auf das Wasser zurück.
Was ist das bloß?
„Hilfe! Das Haimonster kommt an Land.“
Mit ängstlichen Blicken verfolgen die vier Freunde, wie sich ihnen der gefährliche Hai immer mehr nähert.
Da! Jetzt ist er gleich bei ihnen.
Er hält an, richtet sich plötzlich auf und tappt mit seinen blutroten Flossen ans Ufer. Seine glitzernden Augen sind starr auf die Kinder gerichtet.
Jetzt steht er vor ihnen, öffnet langsam sein Maul … und sagt:
„Hallo, ihr Abenteurer! Ich komme mit einer Botschaft von euren Eltern. Das Mittagessen ist fertig, und ihr sollt sofort an Land kommen.“
Der Hai, der kein anderer ist als Zeltnachbar Meier, lacht. Dann schiebt er seine Taucherbrille zurecht, springt ins Wasser zurück und schwimmt mit kräftigen Schwimmbewegungen rasch davon.

© Elke Bräunling

 

Diese Geschichte findet Ihr in dem Buch: Da wird der Mut ganz groß


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01. August 2018 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Freundschaftsgeschichten, Gutenachtgeschichten, Mutgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

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