Der Wetterhahn und der Frühlingswind

Langsam streicht der Frühlingswind übers Land. Auch das kleine Windkind geht auf Reisen … und besucht den stolzen Wetterhahn auf der Kirchturmspitze

Wieder einmal besucht das kleine Windkind heimlich die Erde.
Den goldenen Wetterhahn, der stolz und erhaben auf der Kirchturmspitze thront, will es sich heute einmal genauer anschauen. Ob der wirklich weiß, wann ein Windtag ist und wann nicht?
„Jippiiee!“, ruft Windkind.
Es jagt zur Kirchturmspitze und pustet dem Wetterhahn, der heute gar nicht auf Wind eingestellt ist, frech ins Gesicht.
„Nanü! Nana! Was wüllst du da?“, fragt der Wetterhahn vornehm. „Ein Schönwettertag ist heute. Los, los! Züh Leine!“
„Keine Lust“, lacht Windkind. „Und überhaupt: Heute ist ein Windtag.“
Es saust ein paar Mal um die Kirchturmspitze herum und ruft neckend: „Guck mal!“
„Wü bütte?“
Unwillig dreht sich der Wetterhahn um. „Üch sehe nüchts! Pühhh!“
Windkind aber ist längst wieder hinter ihm verschwunden.
„Du musst genau hinsehen“, lockt es und tobt windkindflitzeflink wieder und immer wieder um die Kirchturmspitze herum.
Der Wetterhahn reckt den Hals. Er ist nun doch neugierig geworden und dreht sich nervös hinter Windkind her. Er dreht und dreht sich wie ein Kreisel um und um und schnell und immer schneller, bis er nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist.
„Donnerwolkenpotzblitznochmal! Das ist ja schlimmer als der wildeste Sturm“, heult er und vergisst vor lauter Stress, dass er eigentlich ein besonders vornehmer Wetterhahn ist. „Mir ist übel.“
Windkind lacht. Komisch sieht dieser Goldkerl aus, wie er da oben auf der Kirchturmspitze herumkreiselt.
Die Leute wundern sich.
„Was ist denn passiert? Flippt der Kerl da oben etwa aus?“
Sie lachen und finden die Sache mit dem verrückten Wetterhahn schrecklich komisch.
Windkind lacht auch, und während der arme Wetterhahn gar nichts mehr kapiert, pustet es dem eingebildeteten Goldkerl noch einmal kräftig ins Gesicht und schnurrt – sssst – mit einem kichernden Tschü-hüss wieder heimwärts.

© Elke Bräunling

Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

03. März 2018 von Elke
Kategorien: Gutenachtgeschichten, Herbstgeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Diese Geschichte war nun wirklich ein schönes Stück Unterhaltung. Ich konnte mich volle 3 Minuten in diese Geschichte hinein fühlen. Auch für meine kleine Tochter Lili war diese Geschichte sehr unterhaltsam. Ich habe ihr die Geschichte zum Schlafen gehen vorgelesen und als sie Lebensfroh dahin lachte ist sie auch gleich eingeschlafen.

  2. Dankeschön. Ich freue mich zu lesen, dass die Geschichte bei der kleine Lili gut angekommen ist. :)
    Viel Spaß hier im Blog mit meinen Geschichten
    und liebe Grüße
    Ele

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