Der kleine Bär und das Wolkentheater

Der kleine Bär und das Wolkentheater

Wolkengeschichte – Fantasie- und Traumgeschichte

Titel + Illustration Kleiner Bär sitzt auf der Wiese und blickt in den Himmel zu den Krokodil-Wolkenbild hinaufSchönwetterwolken „malen“ spannende Bilder an den Himmel.
Sie erzählen dem kleinen Bären, der faul auf der Wiese liegt und die Sonnenstrahlen genießt, viele Geschichten. Auch „Theaterstücke“ führen sie auf, zum Beispiel das von den kleinen Wolkenbären und dem gierigen Wolkenkrokodil.

Manchmal genügt ein Blick in den Himmel, und schon beginnt ein kleines Theater aus Wolken, Fantasie und Träumen. Diese ruhige Bärengeschichte lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, Wolkenbilder zu entdecken, Geschichten zu erfinden und dem Himmel beim Erzählen zuzusehen. Für Kinder ab dem Kindergartenalter, für ruhige Vorlesemomente, Fantasiereisen, Traumstunden, Gesprächsrunden und stille Nachmittage voller Wolkenbilder und Himmelsgeschichten mit Arbeitsmodul (Einfache Fassungen, Silbenschrift, Fragerunde, Sachtext, Mitmachideen, Fantasiereise und Ausmalbild).

 

 

Der kleine Bär und das Wolkentheater

Illustration Kleiner Bär liegt auf der Wiese und blickt in den Himmel zu den Bären-Wolkenbildern hinaufFaul lag der kleine Bär auf der Wiese und schaute in den Himmel. Viele weiße und hellgraue Wölkchen unterbrachen immer wieder das Himmelsblau und zogen über die Wiese hinweg.
Neugierig beobachtete der kleine Bär das Spiel der Wolken, die immer wieder neue Figuren an den Himmel malten.
„Wolkentheater!“, murmelte er.
Er blickte zu einer Wolkengruppe hinauf, die einer Bärenfamilie ähnelte. Wild und fröhlich tobten die Wolkenbären über den Himmel.
„Toll!“, rief der kleine Bär. „Spielt ein Theaterstück für mich!“
Die Wolkenbären aber hatten keine Lust, diesem faulen Bären da unten die Zeit zu vertreiben.
„Bäh!“ Ein Wolkenbär streckte die Zunge heraus und hüpfte auf den Rücken seines größeren Wolkenbärenbruders.
Illustration Kleiner Bär sitzt auf der Wiese und blickt in den Himmel zu den Bären-Wolkenbildern hinauf„Bäh! Bäh!“, brummte der kleine Bär zurück. „Ihr seid langweilig.“
„Selber langweilig“, tönte da eine Wolke. Sie ähnelte einem Krokodil. „Denk dir doch selbst ein Theaterspiel aus!“
Das Wolkenkrokodil öffnete seinen weiten Rachen und verschlang mit einem einzigen Happs die ganze Wolkenbärenfamilie.
„Blödes Krokodil!“, schimpfte der kleine Bär. „Sie sind so lustig gewesen, die vielen kleinen Wolkenbären. Nun hast du sie alle aufgefressen. Gemein ist das. Hörst du? Gemein.“
Das Krokodil lachte. „Der Stärkere gewinnt“, brummte es. „Merk dir das, Bärenkind!“
Dieser Spruch gefiel dem kleinen Bären überhaupt nicht.
Nein, er ärgerte sich darüber.
Am liebsten wollte er diesem gefräßigen, eingebildeten Krokodil ein böses Schimpfwort zurufen. Illustration Kleiner Bär sitzt auf der Wiese und schautt in den Himmel zu den Krokodil-Wolkenbild hinauf, Gewitterwolke vertreibt Krokodil und WolkenbärenDa aber sah er eine dunkle Wolke, die über den Himmel jagte und sich mit einem Blitz und einem Donner ankündigte. Sie war groß und schnell und es dauerte nicht lange, bis sie das Krokodil erreicht hatte. Wie eine fette Krake umschloss sie es mit ihren dicken Wolkenarmen, bis nichts mehr von dem hochnäsigen Wolkenkerokodil zu sehen war.
Der kleine Bär kicherte.
„Pech gehabt!“, rief er in den Himmel hinauf. „Du bist dumm, denn du hast nicht aufgepasst. Hahaha. Der Klügere gewinnt. Das gefällt mir besser.“
Er lachte und wie aus der Ferne glaubte er, das Heulen und Zetern des Krokodils noch für ein Weilchen zu hören.
© Elke Bräunling


💬 Und du? Welche Wolkenfigur hast du schon einmal am Himmel entdeckt?

 

Hier erzählt euch Eddie Edler die Geschichte vom kleinen Bären

 

Die nachfolgenden Gedanken und Texte vertiefen die Geschichte und laden zum Erinnern, Nachdenken und Mitfühlen ein.

Diese Versionen sind sprachliche Bearbeitungen derselben Geschichte zur besseren Zugänglichkeit und stellen keine eigenständigen Werke dar.

Der kleine Bär und das Wolkentheater – Kindergarten-Kurzfassung

Der kleine Bär liegt auf einer Wiese.
Er schaut in den Himmel.
Dort ziehen viele Wolken vorbei.
Manche Wolken sehen aus wie Tiere.
Eine Wolke sieht aus wie ein Bär.
Und da ist noch eine Wolke.
Sie sieht auch aus wie ein Bär.
Und noch eine … und noch eine.
Bald ist eine ganze Wolkenbärenfamilie am Himmel.
„Spielt mir etwas vor!“, ruft der kleine Bär.
Die Wolkenbären hüpfen über den Himmel.
Sie tollen herum.
Das sieht lustig aus.
Da kommt eine andere Wolke.
Sie sieht aus wie ein Krokodil.
Das Wolkenkrokodil öffnet sein großes Maul.
Happs!
Es frisst die Wolkenbären.
„Das ist gemein!“, ruft der kleine Bär.
Das Krokodil lacht.
„Der Stärkere gewinnt“, sagt es.
Aber da kommt eine dunkle Wolke.
Sie ist groß und schnell.
Sie umhüllt das Krokodil.
Nun ist vom Krokodil nichts mehr zu sehen.
Der kleine Bär lacht.
„Der Klügere gewinnt“, ruft er.
Dann liegt er wieder still auf der Wiese.
Und schaut den Wolken zu.
© Elke Bräunling

Der kleine Bär und das Wolkentheater – Erstleserfassung

Der kleine Bär lag auf einer Wiese.
Er hatte es sehr bequem.
Das Gras war weich.
Die Sonne schien warm.
Und über ihm zog der Himmel vorbei.
Am Himmel waren viele Wolken.
Manche waren weiß.
Manche waren hellgrau.
Und manche veränderten immer wieder ihre Form.
Der kleine Bär blinzelte nach oben.
„Das sieht ja aus wie ein Theater“, murmelte er. „Ein Wolkentheater.“
Da entdeckte er eine Wolke, die wie ein kleiner Bär aussah.
Dann kam noch eine Wolke dazu.
Und noch eine.
Bald sah es aus, als würde eine ganze Bärenfamilie über den Himmel laufen.
Die Wolkenbären sprangen und tobten.
Sie sahen fröhlich aus.
„Toll!“, rief der kleine Bär. „Spielt ein Theaterstück für mich!“
Doch die Wolkenbären wollten nicht so recht.
Einer streckte sogar die Zunge heraus. „Bäh!“, rief er.
Der kleine Bär zog eine Schnute.
„Dann seid ihr eben langweilig“, brummte er.
Da schob sich eine andere Wolke heran.
Sie war lang und breit.
Sie hatte einen großen Rachen.
Sie sah aus wie ein Krokodil.
„Denk dir doch selbst ein Theaterstück aus!“, rief das Wolkenkrokodil.
Dann riss es sein Maul auf.
Happs!
Mit einem einzigen Bissen verschluckte es die Wolkenbären.
Der kleine Bär erschrak.
Dann wurde er wütend.
„Das war gemein!“, rief er. „Die Wolkenbären waren doch so lustig.“
Das Wolkenkrokodil lachte nur.
„Der Stärkere gewinnt“, brummte es.
Dieser Satz gefiel dem kleinen Bären gar nicht.
Er dachte nach.
War das wirklich so?
Gewann immer der Stärkere?
Da sah er eine dunkle Wolke.
Sie kam schnell näher.
Sie war groß und schwer.
In ihr blitzte und donnerte es leise.
Das Wolkenkrokodil merkte sie nicht.
Es war zu sehr mit seinem Prahlen beschäftigt.
Die dunkle Wolke kam immer näher.
Dann legte sie sich um das Krokodil.
Wie mit dicken Armen hielt sie es fest.
Bald war vom Wolkenkrokodil nichts mehr zu sehen.
Der kleine Bär musste lachen.
„Pech gehabt!“, rief er. „Du hast nicht aufgepasst.“
Dann sagte er:
„Der Klügere gewinnt. Das gefällt mir besser.“
Er lag noch lange auf der Wiese.
Die Wolken zogen weiter.
Neue Bilder entstanden am Himmel.
Und der kleine Bär wusste:
Manchmal braucht man gar kein richtiges Theater.
Man muss nur in den Himmel schauen.
© Elke Bräunling

 

Der kleine Bär und das Wolkentheater – Silbenschrift

Der klei-ne Bär lag auf der Wie-se.
Das Gras war weich.
Die Son-ne schien warm.
Der klei-ne Bär schau-te in den Him-mel.
Dort zo-gen vie-le Wol-ken vor-bei.
Man-che Wol-ken wa-ren weiß.
Man-che wa-ren grau.
Und man-che sa-hen aus wie Tie-re.
„Wol-ken-the-a-ter!“, sag-te der klei-ne Bär.
Da sah er ei-ne Wol-ke.
Sie sah aus wie ein Bär.
Dann kam noch ein Wol-ken-bär.
Und noch ei-ner.
Bald tob-te ei-ne gan-ze Wol-ken-bä-ren-fa-mi-lie über den Him-mel.
„Spielt mir et-was vor!“, rief der klei-ne Bär.
Die Wol-ken-bä-ren spran-gen.
Sie hüpf-ten.
Sie lach-ten.
Da kam ei-ne an-de-re Wol-ke.
Sie war lang.
Sie war breit.
Sie sah aus wie ein Kro-ko-dil.
Das Wol-ken-kro-ko-dil öff-ne-te sein Maul.
Happs!
Es fraß die Wol-ken-bä-ren.
„Das ist ge-mein!“, rief der klei-ne Bär.
Das Kro-ko-dil lach-te.
„Der Stär-ke-re ge-winnt“, sag-te es.
Der klei-ne Bär är-ger-te sich.
Da kam ei-ne dunk-le Wol-ke.
Sie war groß.
Sie war schnell.
Sie leg-te sich um das Kro-ko-dil.
Bald war es nicht mehr zu se-hen.
Der klei-ne Bär lach-te.
„Pech ge-habt!“, rief er. „Der Klü-ge-re ge-winnt.“
Dann lag er wie-der still auf der Wie-se.
Und sah den Wol-ken zu.
© Elke Bräunling

 

Fragerunde: Der kleine Bär und das Wolkentheater

Zum Verstehen der Geschichte
Wo liegt der kleine Bär am Anfang der Geschichte?
Was sieht er am Himmel?
Welche Wolken erkennt er zuerst?
Welche Wolke kommt später dazu?
Was macht das Wolkenkrokodil?
Warum ärgert sich der kleine Bär?
Welche Wolke kommt am Ende?
Was passiert mit dem Wolkenkrokodil?

Zum Nachdenken

Warum nennt der kleine Bär die Wolken „Wolkentheater“?
Hast du auch schon einmal Figuren in Wolken gesehen?
Welche Wolkenfigur würdest du gerne am Himmel entdecken?
Warum wünscht sich der kleine Bär, dass die Wolken ihm etwas vorspielen?

Gefühle in der Geschichte

Wie fühlt sich der kleine Bär, als er gemütlich auf der Wiese liegt?
Wie fühlt er sich, als das Krokodil die Wolkenbären frisst?
Warum ist er wütend?
Wie fühlt er sich am Ende?
Kennst du das Gefühl, wenn jemand gemein ist?

Stark oder klug?

Das Wolkenkrokodil sagt: „Der Stärkere gewinnt.“
Findest du diesen Satz richtig?
Warum gefällt dem kleinen Bären dieser Satz nicht?
Was bedeutet: „Der Klügere gewinnt“?
Kann man auch ohne Stärke gewinnen?
Wann ist Klugheit wichtiger als Kraft?

Fantasie und Wolken

Warum verändern Wolken ihre Form?
Was kann aus einer Wolke alles werden?
Kann eine Wolke ein Tier sein?
Oder ein Schiff?
Oder ein Drache?
Was würdest du gern einmal als Wolkenbild sehen?

Für Senioren und Erinnerungsrunden

Hast du früher als Kind Wolken beobachtet?
Lagst du manchmal im Gras und hast in den Himmel geschaut?
Welche Wolkenformen hast du gesehen?
Gab es früher mehr stille Momente zum Träumen?
Was hat dich als Kind zum Staunen gebracht?

Abschlussfrage

Was gefällt dir besser: Ein richtiges Theater oder ein Wolkentheater am Himmel?

 

 

Mach mit: Wolkentheater

1. Wolken beobachten
Lege dich draußen auf eine Decke oder setze dich ans Fenster.
Schau in den Himmel.
Welche Wolken kannst du sehen?
Sind sie hell oder dunkel?
Groß oder klein?
Rund oder lang?
Warte einen Moment.
Verändern sie sich?
Vielleicht wird aus einer Wolke ein Tier.
Vielleicht ein Bär.
Vielleicht ein Krokodil.
Vielleicht etwas ganz anderes.

2. Wolkenbilder malen
Male einen blauen Himmel.
Dann male Wolken hinein.
Sie dürfen aussehen wie Tiere, Menschen, Häuser oder Fantasiefiguren.
Du kannst auch Watte nehmen und Wolken aufkleben.
Dann entsteht dein eigenes Wolkentheater.

3. Wolkentheater spielen
Ein Kind ist der kleine Bär.
Andere Kinder sind Wolken.
Eine Wolke ist ein Wolkenbär.
Eine Wolke ist ein Wolkenkrokodil.
Eine Wolke ist eine dunkle Gewitterwolke.
Die Kinder bewegen sich langsam durch den Raum.
Sie verändern ihre Form.
Sie spielen ohne viele Worte.
Danach könnt ihr fragen:
Welche Wolke war freundlich?
Welche Wolke war frech?
Welche Wolke war stark?
Welche Wolke war klug?

4. Bewegungsspiel: Wind und Wolken
Alle Kinder sind Wolken.
Zuerst schweben sie langsam.
Dann kommt ein leichter Wind.
Die Wolken ziehen weiter.
Dann kommt ein stärkerer Wind.
Die Wolken verändern ihre Form.
Dann wird es still.
Alle Wolken bleiben stehen.

5. Geräusche machen
Wie klingt der Wind?
Wie klingt Donner?
Wie klingt Regen?
Wie klingt ein leiser Sommertag?
Ihr könnt mit Händen, Füßen und Stimmen Geräusche machen.
Leiser Wind: sanft pusten.
Regen: mit den Fingern auf den Tisch tippen.
Donner: mit den Füßen stampfen.
Sonne: ganz still werden und lächeln.

6. Wolken und Gefühle
Welche Wolke passt zu Freude?
Welche Wolke passt zu Wut?
Welche Wolke passt zu Angst?
Welche Wolke passt zu Ruhe?
Male eine Wolke für ein Gefühl.
Vielleicht ist deine Wutwolke dunkel und zackig.
Vielleicht ist deine Freudenwolke hell und rund.

7. Der eigene Theatersatz
Erfinde einen Satz für dein Wolkentheater.
Zum Beispiel:
„Der Freundliche gewinnt.“
„Der Mutige hilft.“
„Der Klügere denkt nach.“
„Der Stärkere muss nicht gemein sein.“
Welcher Satz gefällt dir am besten?

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Sachtext: Wolken – Bilder am Himmel

Wolken gehören zum Himmel wie Blumen zur Wiese oder Bäume zum Wald.
Manchmal ziehen sie langsam dahin. Manchmal türmen sie sich hoch auf. Und manchmal sehen sie aus wie Tiere, Gesichter oder lustige Fantasiefiguren.
☁️ Wie entstehen Wolken?
Wolken bestehen aus winzig kleinen Wassertröpfchen oder Eiskristallen.
Wenn die Sonne Wasser aus Seen, Flüssen oder Wiesen erwärmt, steigt Wasserdampf in die Luft auf. Dort oben wird die Luft kühler. Der Wasserdampf verwandelt sich wieder in kleine Tropfen. So entstehen Wolken.
🌤️ Warum haben Wolken verschiedene Formen?
Wind und Wetter verändern die Wolken ständig.
Darum sieht keine Wolke lange gleich aus. Manche Wolken sind klein und flauschig. Andere wirken groß und schwer. Und manchmal entstehen am Himmel Formen, in denen wir Tiere oder andere Dinge erkennen können. Das nennt man Fantasie oder Wolkenbilder.
🌦️ Was verraten Wolken über das Wetter?
Helle, lockere Wolken bringen oft schönes Wetter.
Dunkle, dicke Wolken können Regen oder Gewitter ankündigen.
Darum schauen viele Menschen gern zum Himmel. Wolken erzählen nämlich oft schon, wie das Wetter bald wird.
💭 Wolken und Fantasie
Viele Kinder – und auch Erwachsene – legen sich gerne ins Gras und beobachten die Wolken.
Dabei entstehen kleine Geschichten im Kopf:
• Wolkenbären
• Wolkenschiffe
• Wolkendrachen
• oder Wolkenkrokodile
So wird der Himmel manchmal zu einem richtigen Wolkentheater.
🌞 Zum Schluss
Wolken sind mehr als nur Wasser am Himmel.
Sie bringen Regen, Schatten und manchmal sogar Gewitter.
Aber sie schenken uns auch etwas anderes:
Fantasie, Träume und kleine Geschichten, die über den Himmel ziehen.

 

Fantasiereise: Auf der Wolkenwiese

Mache es dir bequem.
Setze dich hin oder lege dich ruhig hin.
Wenn du magst, schließe deine Augen.
Atme einmal tief ein … und wieder aus.
Ganz langsam.
Ein und aus.
Stelle dir vor, du liegst auf einer Wiese.
Das Gras ist weich.
Es kitzelt ein bisschen an deinen Armen.
Unter dir ist der Boden warm.
Über dir ist der Himmel.
Weit.
Hell.
Blau.
Die Sonne scheint.
Sie ist angenehm warm.
Nicht zu heiß.
Gerade richtig.
Du atmest ruhig ein.
Und wieder aus.
Vielleicht hörst du irgendwo eine Biene summen.
Vielleicht raschelt ein Grashalm.
Vielleicht singt ein Vogel.
Du liegst einfach da.
Ganz ruhig.
Nun schaust du in den Himmel.
Dort ziehen Wolken vorbei.
Langsam.
Ganz langsam.
Eine kleine Wolke sieht aus wie ein Hase.
Sie hat lange Ohren.
Dann wird aus dem Hasen ein Schiff.
Eine andere Wolke sieht aus wie ein Bär.
Ein gemütlicher Wolkenbär.
Er tapst über den Himmel.
Vielleicht winkt er dir sogar zu.
Du lächelst.
Noch mehr Wolken kommen.
Sie verändern ihre Form.
Nichts bleibt lange gleich.
Und gerade das ist schön.
Du musst nichts festhalten.
Du darfst einfach schauen.
Eine Wolke zieht vor die Sonne.
Für einen kleinen Moment wird es kühler.
Dann wandert sie weiter.
Und das warme Licht ist wieder da.
Vielleicht steigst du nun in Gedanken auf eine Wolke.
Sie ist weich.
Leicht.
Wie ein helles Kissen.
Sie trägt dich langsam über die Wiese.
Du bist ganz sicher.
Unter dir siehst du den Wald.
Die Bäume.
Die Wege.
Die Blumen.
Alles ist klein und friedlich.
Der Wind bewegt die Wolke.
Er trägt dich sanft weiter.
Du entdeckst andere Wolken.
Eine sieht aus wie ein Krokodil.
Eine andere wie ein Bär.
Und wieder eine andere wie ein großer Vogel.
Sie spielen ein kleines Theaterstück.
Du schaust zu.
Ganz ruhig.
Dann kommt eine dunklere Wolke.
Sie ist groß.
Aber sie macht dir keine Angst.
Du weißt:
Auch dunkle Wolken gehören zum Himmel.
Manchmal bringen sie Regen.
Manchmal bringen sie Donner.
Und manchmal ziehen sie einfach weiter.
Die dunkle Wolke schiebt sich langsam vorbei.
Der Himmel wird wieder heller.
Du spürst:
Alles verändert sich.
Wolken kommen.
Wolken gehen.
Auch Gedanken kommen und gehen.
Auch Gefühle verändern sich.
Du liegst wieder auf der Wiese.
Das Gras ist weich.
Die Sonne wärmt dich.
Du atmest ruhig ein … und wieder aus.
Ein und aus.
Vielleicht nimmst du ein kleines Wolkenbild mit.
Einen Bären.
Ein Schiff.
Oder nur ein helles Stück Himmel.
Bewege langsam deine Hände.
Deine Füße.
Und wenn du bereit bist, öffne wieder deine Augen.
Der Himmel ist noch da.
Und deine Fantasie auch.

© Elke Bräunling

 

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Ausmalbild

Ausmalbild Bär liegt auf Wiese, betrachtet Wolkenbilder (Bären, Krokodil)

 

 

Pinterestpin

berti-baer

Da lacht er, der kleine Bär – gemalt von meiner lieben Kollegin Sonja Mengkowski

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