Der kleine Bär und der sprechende Apfel
Der kleine Bär und der sprechende Apfel
Lustige Herbstgeschichte für Kinder über Ernte, Apfel und Wurm
„Irgendwo ist doch immer – irgendwie – der Wurm drin.“
Ein fröhliches Erntemärchen mit Augenzwinkern zum Vorlesen, Nachdenken und Lächeln.
Der Sommer geht zu Ende und die Erntezeit beginnt. Auch der kleine Bär soll Beeren und Pilze sammeln. Doch viel lieber würde er unter dem Apfelbaum liegen und darauf warten, dass die Äpfel von alleine herunterfallen. Eine lustige Herbstgeschichte für Kinder über Ernte, Vorräte und einen ziemlich frechen Bewohner im Apfel.
Diese Erzählung lädt ein zum Gespräch über Vorräte, Teilen, Geduld und das Leben aller Tiere auf kindgerechte, heitere Weise.
Mit Hörfassung, Erstleserfassung, Fragerunde, Wissenskärtchen, Sachtext und Ausmalbild.
Der kleine Bär und der sprechende Apfel
Viel war los ringsum an diesen letzten Sonnentagen des Jahres.
„Es ist Erntezeit“, sagte Mama Bär und schickte den kleinen Bären los, um Pilze und Beeren zu sammeln.
„Ernten ist eine schwere Arbeit“, maulte der kleine Bär. „Das Suchen strengt an, das Bücken tut weh und die Beerensträucher haben gemeine Stacheln, die sich in meinem Pelz verfangen.“
„Ein Hungerbauch im Winter schmerzt mehr“, sagte Mama Bär. „Vorräte sammeln ist wichtig.“
Das stimmte. Trotzdem grummelte der kleine Bär nur leise vor sich hin, wenn er sich in den dornigen Ranken der Brombeersträucher verfing oder ihm vom vielen Sammeln die Pfoten weh taten.
Manchmal aber schlich er sich für ein Weilchen zu den Apfelbäumen auf der Menschenwiese.
Dort legte er sich ins Gras und blickte in das süß duftende Früchteparadies hinauf.
Wie schön wäre es, träumte er, wenn die leckeren Äpfel einfach vom Baum direkt in seine Erntekörbe fallen würden.
Manchmal wurde sein Traum ein bisschen wahr und ein reifer Apfel landete neben ihm auf dem Boden. So auch heute. Gerade als sich der kleine Bär unter dem Apfelbaum gemütlich in die Sonne gekuschelt hatte, fiel ein goldgelber Apfel mit roten Backen mitten auf seinen Bauch.
„Prima!“, rief der kleine Bär. „So gefällt mir die Erntezeit.“
Voller Appetit biss er in das rote Apfelbäckchen. „Lecker.“
„Aua!“, schimpfte es da auf einmal. „Wer stört meine Arbeit?“
Ein Wurm ringelte sich aus dem Fruchtfleisch und funkelte den kleinen Bären wütend an.
„Ich bin beim Ernten und muss doch sehr bitten, meinen Apfel in Ruhe zu lassen.“
„Waaas?“ Der kleine Bär lachte laut los. „Du sitzt faul im Apfel, frisst dich satt und sagst, du arbeitest? Hahaha!“
„Kauen strengt an“, widersprach der Wurm. „Zudem leben wir stets in der Angst, Menschenzähne oder Bärenzähne könnten sich in das Fruchtfleisch unseres Apfels verbeißen und uns verletzen.“
Er seufzte. „Ein schweres Leben ist’s, das wir führen.“ Und weil der kleine Bär noch immer grinste, fuhr er ihn an. „Oder glaubst du mir etwa nicht?“
Nein, verstehen konnte der kleine Bär den Wurm nicht. Was gab es Schöneres als nur den Mund aufzureißen und zu essen, essen, essen?
Und weil ihm keine bessere Antwort einfiel, murmelte er nur: „Irgendwo ist doch immer – irgendwie – der Wurm drin.“
Dann machte er sich wieder an seine Arbeit. Beeren pflücken.
© Elke Bräunling
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Der kleine Bär und der sprechende Apfel – Einfache Erstleserfassung
Der Sommer geht langsam zu Ende.
Mama Bär sammelt Vorräte für den Winter.
Auch der kleine Bär soll helfen.
Er sammelt Beeren und Pilze.
Doch das gefällt ihm nicht besonders.
„Ernten ist anstrengend“, mault er. „Ich muss suchen und mich bücken. Und die Brombeeren haben Stacheln!“
Viel lieber liegt der kleine Bär unter einem Apfelbaum.
Über ihm hängen viele leckere Äpfel.
„Wenn sie doch einfach von alleine herunterfallen würden!“, denkt er.
Auf einmal macht es:
Plumps!
Ein Apfel fällt direkt auf seinen Bauch.
„Prima!“, ruft der kleine Bär. „So gefällt mir die Erntezeit.“
Er beißt hinein.
„Aua!“, ruft plötzlich jemand.
Der kleine Bär erschrickt.
Aus dem Apfel schaut ein Wurm.
„Ich bin beim Ernten!“, schimpft er. „Lass meinen Apfel in Ruhe!“
Der kleine Bär muss lachen. „Du erntest? Du sitzt doch nur im Apfel und frisst!“
Der Wurm ist empört. „Kauen strengt an!“
Nun lacht der kleine Bär noch mehr.
Dann gibt er dem Wurm seinen Apfel zurück und macht sich wieder an die Arbeit.
Beeren pflücken.
Und dabei denkt er:
Irgendwo ist eben immer der Wurm drin.
© Elke Bräunling
Fragen zur Geschichte
1 Warum sammelt Mama Bär im Spätsommer Vorräte?
2 Was gefällt dem kleinen Bären am Beerensammeln nicht?
3 Warum liegt er so gerne unter dem Apfelbaum?
4 Was passiert plötzlich mit dem Apfel?
5 Wer wohnt darin?
6 Warum behauptet der Wurm, dass auch er arbeitet?
7 Was meint er mit „Kauen strengt an“?
8 Wer hat deiner Meinung nach mehr Arbeit – der kleine Bär oder der Wurm?
9 Was findest du an der Geschichte am lustigsten?
10 Kennst du die Redensart „Da ist der Wurm drin“? Wann sagt man das?
Mitmachidee: Apfelforscher
Nehmt zwei oder drei verschiedene Äpfel und schaut sie euch genau an.
Wie unterscheiden sie sich? Sind sie rot, gelb oder grün? Welcher duftet besonders stark? Fühlt sich die Schale glatt oder rau an? Was entdeckt ihr, wenn ihr einen Apfel aufschneidet? Wie viele Kerne stecken darin?
Und natürlich die wichtigste Forschungsfrage:
Wohnt jemand darin? 😄
Wenn nicht: ausgezeichnet.
Wenn doch: Der kleine Bär hätte dazu vermutlich einiges zu sagen.
Wissenswertes: Ist der „Wurm“ im Apfel wirklich ein Wurm?
Nein – jedenfalls meistens nicht.
Was wir umgangssprachlich einen Wurm im Apfel nennen, ist häufig die Larve eines kleinen Schmetterlings, des Apfelwicklers.
Der Apfelwickler legt seine Eier an Blättern oder Früchten ab. Aus dem Ei schlüpft eine kleine Raupe. Sie bohrt sich in den Apfel und frisst sich durch das Fruchtfleisch bis in die Nähe des Kerngehäuses.
Darum findet man manchmal kleine Gänge oder braune Stellen in einem Apfel.
Unser sprechender Apfelwurm müsste also eigentlich sagen:
„Ich bin eine Raupe!“
Kleine Gesprächsidee: Arbeit oder Vergnügen?
Der kleine Bär findet Beerensammeln anstrengend. Der Wurm behauptet sogar, Kauen sei Arbeit.
Was ist eigentlich Arbeit?
Kann etwas gleichzeitig Arbeit und Spaß sein? Ist Äpfelpflücken Arbeit? Kuchenbacken? Ein Zimmer aufräumen? Ein Bild malen? Im Garten helfen?
Und gibt es Dinge, die erst lästig sind – und hinterher ein richtig gutes Gefühl machen?
Ausmalbilder zum kleinen Bären und seinem Apfel








Ich habe es mir vorlesen lassen, ach, war das schön!
Herzliche Grüße
Regina
Ah, da bist du ja. Danke fürs Lesen, pardon, Zuhören 🙂
Ich habe diese Geschichte gerade aus dem Untergrund hochgezogen. Sie wird seit Wochen täglich derart zugespammt, dass ich sie von ihrem ursprünglichen Ort nun wegnehmen musste. Ich hoffe, die Spammer versuchen es weiter unter der alten, stillgelegten URL und lassen den kleinen Bären in Ruhe Beeren sammeln. Sehen wir das mal als Test.
LG zu dir
Ele
Vorräte anzulegen ist gerade jetzt wichtig. Ich versuche Sonnenstrahlen, Glücksmomente und einfach Unvergessliches in die winterliche Vorratskammer zu packen.
Danke fürs Erzählen und liebe Grüße von mir 🙂 .
Das ist ein guter Vorsatz. Vorräte sind sooo wichtig, gerade die Seelenvorräte (obwohl auch Seelen „Frischware“ schätzen);)
Lieber Gruß zu dir
Ele