Die kleine Waldmaus lernt das Lesen kennen
Die kleine Waldmaus lernt das Lesen kennen
Kindergeschichte vom Lesen
Auch für Tiere ist das Lesen sehr wichtig
„Mit allen Sinnen kannst du lesen.“
Lesen beginnt nicht erst bei Buchstaben. Das entdeckt die kleine Waldmaus, als Opa Maus ihr erklärt, dass man mit den Augen, den Ohren, der Nase, dem Bauch und sogar mit dem Herzen lesen kann. Eine poetische Geschichte über Aufmerksamkeit, Gefühle und die Freude am Lernen, besonders schön zum Schulanfang und für kleine Bücherliebhaber zu Leseförderung, Achtsamkeit, Sinne entdecken und Lernen mit allen Sinnen. Für Vorschulkinder und Schulanfänger, Erstleser. Vorlesestunden in Familie und Schule, Projekte rund um Lesen und Sinne, Gespräche über Gefühle und Achtsamkeit. Mit Arbeitsmodul.
Inhalt
📖 Geschichte
👶 Kindergartenfassung
📚 Erstleserfassung
🔤 Silbenschrift
❓ Fragerunde
🎲 Mitmachideen
🌿 Fantasiereise
💛 Lesen mit allen Sinnen
🎨 Ausmalbild
Die kleine Waldmaus lernt das Lesen kennen
„Lesen!“, sagt Opa Maus, „ist wichtig für uns Waldmäuse. Sehr sogar.“
„Lesen? Wichtig?“ Die kleine Waldmaus staunt und ein bisschen neugierig ist sie nun auch. Alles, was wichtig ist, klingt besonders spannend und aufregend. Das hat sie in ihrem Mauseleben schon gelernt.
„Was ist Lesen?“, fragt sie.
„Hmhm! Eine einfache und doch sehr bedeutende Frage“, antwortet Opa Maus. „Wer lesen kann, hat es leichter im Leben und, das ist ganz besonders wichtig, er lebt sicherer.“
Das klingt gut und auch wieder wichtig.
Die kleine Maus spürt, wie die Ungeduld in ihrem Bauch zu kribbeln beginnt. Warum macht der Großvater es so geheimnisvoll? Darf nicht jeder dieses Lesen kennen lernen? Sie will aufmucken, doch da fährt Opa Maus schon fort:
„Lesen ist ein bisschen wie sprechen mit stummen Worten. Wie das Wetter ist, lesen deine Augen, wenn du in den Himmel blickst. Sie zeigen dir auch, wo deine Freunde sind, ob Besuch kommt oder ob Gefahr droht.“
„Ohh!“ Die kleine Maus staunt. Dieses Lesen mit den Augen ist eine aufregende Sache und sie will es unbedingt lernen. Aber, sie stutzt, ja, kann sie es nicht schon ein bisschen?
„Ich kann schon in den Himmel blicken und die Wolken sehen!“, ruft sie. „So weiß ich, ob es ein Sonnentag ist oder ein Wolkentag. Und es sagt mir, wann die Nacht kommt und wann der Morgen. Und meine Freunde, die sehe ich auch. Ich glaube, ich spüre sie auch. Da! Im Bauch. Es ist wie Freude.“
Die kleine Waldmaus klopft sich auf ihr Bäuchlein. „Ja, ich glaube, ich kann lesen.“
Opa Maus schmunzelt. „Das weiß ich doch längst. Das alles kannst du mit den Augen lesen und mit dem Bauch. Das ist da, wo die Freude sitzt, das Glück, die Liebe, aber auch Gefühle wie Ärger, Angst oder Kummer.“
„Das kenne ich, das mit dem Ärger oder Kummer oder mit der Angst. Es sagt mir, dass ich aufpassen und achtsam sein muss.“ Die kleine Maus nickt eifrig. „Also kann ich mit den Augen und mit dem Bauch lesen.“
„Und mit deiner kleinen Nase liest du auch“, fährt Opa Maus fort. „Du riechst, wer im Wald unterwegs ist und unserem Mäusebau näher gekommen ist und ob Gefahr droht. Deine Nase zeigt dir auch, wo die Beeren und Pilze reif sind. Mit allen Sinnen kannst du lesen, mit Augen, Nase, Ohren, mit deiner Haut, deiner Zunge, deinen Pfötchen und mit dem Bauch. Eines aber haben wir noch ganz vergessen.“
„Vergessen? Was?“
„Dein Herz!“, sagt Opa Maus. „Es ist dein größter Helfer.“
„Mein Herz?“ Die kleine Maus fasst sich an die Brust, dort, wo ihr kleines Herz sitzt. Das schlägt gerade ein bisschen schneller.
Opa Maus nickt. „Dein Herz zeigt dir, ob du all das, was du liest oder siehst, hörst oder spürst und fühlst und schmeckst, ja, ob sich dies gerade gut und richtig für dich anfühlt.“
Die kleine Maus versteht. „So ist das Herz der wichtigste Helfer beim Lesen?“, überlegt sie.
„Der allerwichtigste“, sagt Opa Maus.
„Das ist gut“, murmelt die kleine Maus.
„Sehr gut ist es“, bestätigt Opa Maus. „Dieses Lesen ist ganz einfach und doch musst du lernen, all die Dinge als richtig zu erkennen und zu verstehen. Das ist sehr wichtig, hörst du? Schärfe deine Sinne und lese, was die Waldwelt dir erzählt.“
Oh, wie ist das aufregend! Dieses Lesen mit allen Sinnen will die kleine Maus gleich ausprobieren, denn sie möchte eine wirklich schlaue und kluge Maus sein.
Sie hebt das Näschen, schnuppert. Es riecht fein heute Morgen. Nach Kiefernzapfen, Moos, Waldblümchen und nach … Opa Maus und gleich spürt sie wieder die Freude in ihrem Bauch.
„Ich kann dich mit der Nase lesen!“, ruft sie und lacht.
Opa Maus schnuppert nun auch. Laut und deutlich. „Ich dich auch“, antwortet er und schmunzelt. „Du duftest nach süßen Holunderblüten, frischer Erde und … „Er schnuppert wieder. „Und nach deinem Freund, dem kleinen Igel. Meine Nase sagt, dass der gleich …“
„… zu Besuch kommen wird“, ruft die kleine Maus da fröhlich. „Ich rieche ihn auch schon. Hurra!“
💬 Was kannst du mit deinen Augen, Ohren oder deiner Nase „lesen“, ohne dass ein einziges Wort geschrieben steht? 👀👂👃💛
© Elke Bräunling
🦔 Die Igelschule
🎒 Vor dem ersten Schultag
🏫 Hansi und der zweite Schultag
📖 Wer lernt ist schlau und klug
🍓 Die kleine Waldmaus und das süße Beerenglück
🎉 Die kleine Waldmaus und das Beerenfest
🌾 Die kleine Waldmaus und der Erntetag
🦌 Die kleine Waldmaus und das kitzelige Rehkitz
🐭 Die kleine Waldmaus und die Melodie des heißen Sommers
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ARBEITSMODUL
Die nachfolgenden Gedanken und Texte vertiefen die Geschichte und laden zum Erinnern, Nachdenken und Mitfühlen ein.
Diese Versionen sind sprachliche Bearbeitungen derselben Geschichte zur besseren Zugänglichkeit und stellen keine eigenständigen Werke dar.
Die kleine Waldmaus lernt das Lesen kennen – Ganz einfache Fassung für den Kindergarten
Die kleine Waldmaus sitzt bei Opa Maus.
„Lesen ist wichtig“, sagt Opa Maus.
Die kleine Maus staunt. „Was ist Lesen?“
Opa Maus lächelt.
„Lesen bedeutet nicht nur Bücher lesen“, erklärt er. „Mit den Augen kannst du lesen.“
„Mit den Augen?“
„Ja“, sagt Opa Maus. „Du siehst Wolken, Sonne oder Regen.“
Die kleine Maus nickt.
„Und mit der Nase kannst du lesen“, sagt Opa Maus weiter.
Die kleine Maus schnuppert. „Ich rieche Blumen und Moos!“
„Sehr gut“, freut sich Opa Maus.
„Auch dein Bauch und dein Herz helfen dir.“
Die kleine Maus staunt. „Mein Herz auch?“
„Ja“, sagt Opa Maus. „Dein Herz spürt, ob sich etwas gut oder schlecht anfühlt.“
Die kleine Maus denkt nach.
Dann schnuppert sie plötzlich wieder.
„Ich rieche den kleinen Igel!“, ruft sie fröhlich.
Und wirklich: Schon raschelt es im Gebüsch.
Die kleine Waldmaus lernt das Lesen kennen – Einfache Fassung für Erstleser
„Lesen ist wichtig“, sagte Opa Maus.
Die kleine Waldmaus staunte. „Was ist Lesen?“
Opa Maus lächelte.
„Lesen bedeutet nicht nur Bücher lesen“, erklärte er. „Mit deinen Augen kannst du lesen.“
„Mit den Augen?“
„Ja“, sagte Opa Maus. „Du erkennst Sonne, Wolken oder Regen.“
Die kleine Maus nickte. „Das kann ich schon.“
„Und mit deiner Nase kannst du lesen“, sagte Opa Maus weiter.
Die kleine Maus schnupperte. „Ich rieche Blumen und Moos.“
„Sehr gut“, freute sich Opa Maus. „Auch deine Ohren helfen dir beim Lesen.“
Die kleine Maus lauschte.
Sie hörte: Vogelstimmen, Blätterrauschen und das Summen der Bienen.
Dann klopfte sie auf ihren Bauch. „Und mein Bauch?“
Opa Maus lächelte. „Mit dem Bauch spürst du Freude oder Angst.“
Die kleine Maus dachte nach. „Dann kann ich ja schon ein bisschen lesen.“
„Das kannst du“, sagte Opa Maus freundlich. „Aber den wichtigsten Helfer haben wir noch vergessen.“
Die kleine Maus staunte. „Wen denn?“
„Dein Herz“, sagte Opa Maus.
Die kleine Maus legte die Pfote auf ihre Brust.
„Das Herz zeigt dir, ob sich etwas gut und richtig anfühlt.“
Die kleine Maus lächelte glücklich.
Dann hob sie plötzlich das Näschen.
„Ich rieche den kleinen Igel!“, rief sie.
Und schon raschelte es im Gebüsch.
Die kleine Waldmaus lernt das Lesen kennen – Sil-ben-schrift
„Le-sen ist wich-tig“, sag-te O-pa Maus.
Die klei-ne Wald-maus staun-te.
„Was ist Le-sen?“
O-pa Maus lä-chel-te.
„Le-sen be-deu-tet nicht nur Bü-cher le-sen“, er-klär-te er.
„Mit dei-nen Au-gen kannst du le-sen.“
„Mit den Au-gen?“
„Ja“, sag-te O-pa Maus. „Du er-kennst Son-ne, Wol-ken o-der Re-gen.“
Die klei-ne Maus nick-te.
„Das kann ich schon.“
„Und mit dei-ner Na-se kannst du le-sen“, sag-te O-pa Maus wei-ter.
Die klei-ne Maus schnup-per-te.
„Ich rie-che Blu-men und Moos.“
„Sehr gut“, freu-te sich O-pa Maus.
„Auch dei-ne Oh-ren hel-fen dir beim Le-sen.“
Die klei-ne Maus lausch-te.
Sie hör-te:
* Vo-gel-stim-men
* Blät-ter-rau-schen
* das Sum-men der Bie-nen
Dann klopf-te sie auf ih-ren Bauch.
„Und mein Bauch?“
O-pa Maus nick-te.
„Mit dem Bauch spürst du Freu-de o-der Angst.“
Die klei-ne Maus dach-te nach.
„Dann kann ich ja schon ein biss-chen le-sen.“
„Das kannst du“, sag-te O-pa Maus freund-lich.
„A-ber den wich-tigs-ten Hel-fer ha-ben wir noch ver-ges-sen.“
Die klei-ne Maus staun-te.
„Wen denn?“
„Dein Herz“, sag-te O-pa Maus.
Die klei-ne Maus leg-te die Pfo-te auf ih-re Brust.
„Das Herz zeigt dir, ob sich et-was gut und rich-tig an-fühlt.“
Die klei-ne Maus lä-chel-te glück-lich.
Dann hob sie plötz-lich das Näs-chen.
„Ich rie-che den klei-nen I-gel!“, rief sie.
Und schon ra-schel-te es im Ge-büsch.
Große Fragerunde zur Geschichte
* Warum ist Lesen für Opa Maus wichtig?
* Was bedeutet „Lesen“ in dieser Geschichte?
* Kann man auch ohne Bücher lesen?
* Was können unsere Augen lesen?
* Was kann die Nase lesen?
* Welche Geräusche erzählen uns etwas?
* Warum hilft der Bauch beim Lesen?
* Was spürt man im Bauch?
* Warum ist das Herz der wichtigste Helfer?
* Hast du schon einmal gespürt, dass etwas richtig oder falsch ist?
* Welche Düfte magst du besonders gern?
* Welche Geräusche hörst du draußen?
* Was erzählen Wolken am Himmel?
* Warum müssen Tiere aufmerksam sein?
* Welche Sinne kennst du?
* Wofür brauchen wir unsere Sinne?
* Warum ist Achtsamkeit wichtig?
* Was bedeutet „mit dem Herzen lesen“?
* Kann man Gefühle erkennen?
* Wie merkt man, dass jemand traurig oder froh ist?
* Warum ist Zuhören wichtig?
* Was würdest du gern noch besser „lesen“ können?
* Welche Dinge erzählt die Natur?
* Warum beobachten Tiere ihre Umgebung so genau?
* Was macht eine kluge Maus aus?
Mach mit! Ideen zum Lesen mit allen Sinnen
👃 Nasenleser-Spiel
Schließt die Augen.
Nun dürfen verschiedene Dinge gerochen werden:
* Moos
* Kräuter
* Blumen
* Erde
* Apfel
* Zitrone
Wer erkennt die meisten Düfte?
👂 Geräusche lesen
Alle sitzen ganz still.
Welche Geräusche hört ihr?
* Vögel?
* Wind?
* Schritte?
* Rascheln?
* Autos?
* Summen?
Danach erzählt jeder:
Was hat das Geräusch „erzählt“?
🌿 Naturdetektive
Geht nach draußen und beobachtet:
* Wolken
* Tiere
* Blätter
* Blumen
* Gerüche
* Geräusche
Was „liest“ ihr in der Natur?
🧸 Gefühle lesen
Ein Kind macht ein Gesicht:
* traurig
* fröhlich
* überrascht
* ängstlich
Die anderen erraten das Gefühl.
So merkt man:
Auch Gesichter kann man „lesen“.
🌬️ Bewegungsspiel: Mäuse im Wald
Die Kinder bewegen sich wie kleine Waldmäuse:
* vorsichtig schnuppern
* lauschen
* schleichen
* erschrecken
* verstecken
* fröhlich herumflitzen
Dabei ruft jemand:
„Was liest die Maus gerade?“
Dann antworten die Kinder:
* „Gefahr!“
* „Freunde!“
* „Beeren!“
* „Regen!“
💛 Herzlesen
Die Kinder legen die Hand auf ihr Herz.
Dann überlegen sie:
* Was fühlt sich gut an?
* Wann fühlt sich das Herz froh an?
* Was macht mutig?
* Was macht traurig?
Ein ruhiges und schönes Gesprächsspiel.
🎨 Male deine Sinneswelt
Male:
* was du gern riechst
* was du gern hörst
* was du gern siehst
* was sich schön anfühlt
Vielleicht entsteht daraus ein buntes Sinnesbild.
Fantasiereise: Mit allen Sinnen durch den Wald
Schließe für einen Moment die Augen.
Stell dir vor, du bist eine kleine Waldmaus.
Langsam läufst du durch den stillen Wald.
Der Boden ist weich und warm unter deinen Pfötchen.
Du riechst:
Moos
Erde
Blüten
Kiefernnadeln
und Waldblumen.
Der Wind rauscht leise durch die Bäume.
Du hörst:
Vogelstimmen
Blätterrascheln
das Summen kleiner Insekten
und das Knacken von Ästen.
Nun hebst du dein Näschen.
Irgendwo in der Nähe ist ein Freund.
Du spürst Freude im Bauch.
Und dein Herz sagt dir: „Hier bist du sicher.“
Langsam wanderst du weiter durch die duftende Waldwelt.
Und plötzlich merkst du:
Der Wald erzählt überall kleine Geschichten.
Das ist schön.
Wald ist spannend.
Lesen mit allen Sinnen
Lesen bedeutet nicht nur, Buchstaben in einem Buch zu erkennen.
Auch Tiere und Menschen „lesen“ ihre Umgebung jeden Tag mit allen Sinnen.
Mit den Augen erkennen wir:
* Licht
* Farben
* Bewegungen
* Wolken
* Gesichter
Mit den Ohren hören wir:
* Stimmen
* Musik
* Geräusche
* Warnsignale
Mit der Nase riechen wir:
* Essen
* Blumen
* Regen
* Gefahr
Auch Gefühle helfen beim „Lesen“.
Manchmal spüren Menschen:
* Freude
* Angst
* Unsicherheit
* Vertrauen
Tiere nutzen ihre Sinne besonders gut, um sich zurechtzufinden.
Darum beobachten, lauschen und schnuppern viele Tiere ständig ihre Umgebung.
Auch Menschen lernen besser, wenn sie aufmerksam durch die Welt gehen und ihre Sinne benutzen.
© Elke Bräunling
AUSMALBILDER





