Archiv für Hühnergeschichte

Im Hühnerhof zur Osterzeit

Der Osterhase braucht viele Eier. Es wird stressig im Hühnerhof

„Los! Los! Hopp! Hopp! Beeilt euch! Es ist höchste Zeit!“
Laut hallten die Befehle über den Hühnerhof. Hahn Helmut hockte neben Olaf Osterhase auf dem Brunnenrand und blickte zu den Hennen hinüber.
„Da geht noch ‚was!“, sagte Olaf und in seiner Stimme klang ein unzufriedenes Nörgeln. „Deine Leute sind zu langsam. Ich brauche mehr Eier, viel mehr Eier sogar.“
„Wir tun unser Bestes. Siehst du doch!“, brummte Helmut.
„Das genügt mir nicht! Hörst du? Es … genügt … mir … nicht.“
Olaf war wirklich ziemlich schlecht gelaunt und Helmut war es nun auch.
„Was hast du nur in diesem Jahr?“, schimpfte er los. „Mehr als Eier legen … legen … legen können meine Leute auch nicht. Und bisher warst du mit uns auch immer sehr zufrieden.“
Er schickte ein genervtes Kikeriki über den Hof und die Hühner blickten erschreckt auf. Was war los? Der Helmut krähte doch sonst nicht um diese Zeit. Sollte das etwa ein Alarm sein oder was? Aufgeregt eilten die Chefhühner Harriet, Hannelore, Hildegard und Helma herbei.
„Gibt es ein Problem?“, rief Helma den beiden Herren zu.
„Wollt ihr uns wieder Stress machen?“, beschwerte sich Hildegard mit kampflustig aufgestelltem Kamm.
„Haben wir Fuchsalarm?“, erkundigte sich Hannelore und Harriet fragte mit näselnder Stimme:
„Oder ist da jemand nicht mit unserer Arbeit einverstanden? Eure Mienen sehen gerade gar nicht zufrieden aus.“
„Fragt Olaf, den Hasen!“, knurrte Hahn Helmut. Man hörte ihm an, dass er wirklich sauer war. „Er wird es euch erklären. Vielleicht versteht ihr ihn besser als ich es gerade tue.“
„Jaja“, schimpfte Hildegard gleich los. „Der Olaf mal wieder. Er hat immer etwas zum Meckern.“
„Wo liegt der Fehler, Osterhase?“, fragte Hannelore. „Schmecken unsere Eier etwa nicht? Oder sind wir dir zu langsam? Sprich!“
Mit drohender Miene baute sie sich vor dem Hasen auf.
Erschrocken trat Olaf einen Schritt zurück und beinahe wäre er vom Brunnenrand gekippt. Zum Glück beinahe nur. Huhn Hannelore konnte aber manchmal wirklich sehr erschreckend sein. Olaf hatte großen Respekt vor ihr. Und ein bisschen Angst auch.
„Nun! Sag schon! Ewig haben wir keine Zeit!“, knurrte Hannelore da auch schon. „Was läuft falsch?“
Hahn Helmut konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ein Osterhase, der sich vor seinen Hühnerdamen zu fürchten schien, gab aber auch ein besonders lustiges Bild ab.
„Sie genügen ihm nicht“, warf er lässig ein. „Eure Eier. Sie sind ihm zu wenig.“
„WAS?“
„Habe ich das richtig gehört? Dieser Hase hat wohl einen Maikäfer gefrühstückt!“
„Hühnerschinder!“
„Dem werde ich Flötentöne beibringen!“
Nun hatten sich alle vier Hühnerdamen so nah vor dem armen Olaf aufgebaut, dass der doch glatt darüber nachdachte, ob es nicht klüger wäre, im Brunnen abzutauchen.
„D-d-die Menschen sind’s, die mich antreiben“, stammelte er. „F-für ein Spiel zum O-osterfest b-b-brauchen sie dreimal mehr so viele Eier wie im letzten Jahr. Olympiade nenne sie es. Osterolympiade. D-d-die spinnen, die M-menschen. I-i-ich sag’s euch. D-die spinnen! D-dafür ka-kann ich doch nichts. I-i-ch …“
Er kam nicht weiter. Zu laut war das Gelächter der Hühnerdamen. Viel zu laut. Und irgendwie hatten Olaf, der Osterhase, und Helmut, der Hahn, plötzlich auch eine unbändige Lust, zu lachen, lachen, lachen. Dazu gab es ja auch allen Grund.

© Elke Bräunling

Auch hier geht es in den Tagen vor Ostern im Hühnerhof lustig zu: Frühlingsspaß im Hühnerhof

21. Februar 2018 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Frühlingsgeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Kindergeschichten, Ostergeschichte, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

Pfau Arthur, Friedrich, der Hahn, und die Schiffschaukel


Eine lustige Sommergeschichte von einem Nachmittag auf dem Bauernhof

Leckeren Pflaumenkuchen gab es am Sonntag. Mit süßer Sahne. Die ganze Familie saß auf der Terrasse und alles hätte wunderbar sein können, wenn da nicht plötzlich ein markerschütternder Schrei die fröhliche Runde erschreckt hätte.
Opa sprang auf. „Dieses Mal erwische ich den Übeltäter!“, rief er und rannte um die Ecke zum Schuppen hinüber.
Alle anderen sprangen ebenfalls auf und folgten Opa. Hinter dem Schuppen befand sich das Gehege für das Federvieh und der Schrei konnte nur von Arthur kommen. Der spazierte aufgeregt im Gehege herum und seine Kumpels, die Hühner gackerten.
Wer Arthur war? Ein Pfau, der bei Opa Asyl gefunden hatte und der die Ruhe im Hühnerhof gerne mal störte. Wo aber steckte Friedrich, der Hahn?
„Arthur? Was hast du mit Friedrich angestellt?“, rief Opa und die kleine Anna fing an zu weinen. Friedrich war nämlich ihr allerliebstes Tier und auch ihr bester Freund.
„Ist Friedrich tot?“, schluchzte sie. „Hat Arthur dem Friedrich weh getan?“
„Beruhige dich. Ich glaube, der Übeltäter ist nicht Arthur, sondern Friedrich. Wo hat er sich nur wieder versteckt, dieser Feigling.“ Opa hatte schon einige Male beobachtet, wie der Friedrich dem Pfau eine Feder auszupfen wollte.
„Warum ist Friedrich gemein zu Arthur?“, fragte Anna.
„Weil er ein Halunke ist“, antwortete Opa mit Empörung in der Stimme.
„Ach was“, sagte Oma. „Er ist eifersüchtig, der dumme, alte Kerl.“
„Ja, ja, die Männer!“, sagte Mama mit einem Seitenblick auf Papa, der gerade über das Tor zum Hühnerhof stieg und auf den Hühnerstall zuging. Er bückte sich, schaute kurz hinein und dann lachte er. Er konnte sich gar nicht mehr beruhigen.
„Das müsste ihr euch anschauen!“, rief er und hielt sich den Bauch vor Lachen.
In der hintersten Ecke des kleinen Stalls saß Friedrich. Er war kaum zu sehen, weil drei Hennen sich schützend vor ihn gestellt hatten.
„Dieser Feigling lässt sich von den Frauen beschützen!“, rief Oma und versuchte die Hennen zu verjagen. „Weg, weg, weg mit euch!“
Da war sie aber bei Anna an der falschen Adresse. „Lasst Friedrich in Ruhe!“, rief sie empört. „Er ist nur müde von gestern. Wir haben Schiffschaukel gespielt, der Friedrich und ich.“
Sie deutete zur Schaukel am Nussbaum hinüber. „Das hat großen Spaß gemacht! Auch Friedrich war glücklich. Er hat auf meinem Schoß gesessen und wir sind ganz hoch in den Baum hinauf geschaukelt. Nein, bis zum Himmel fast. Dann ist Friedrich sogar ein kurzes Stück geflogen. Sehr glücklich war er, das weiß ich. Auch den Hennen hat es Spaß gemacht. Sie haben uns zugesehen und laut gegackert. Oh! Da war vielleicht etwas los!“ Anna lachte, dann zeigte sie mit spitzem Finger zu Pfau Arthur hinüber. „Nur Arthur war sauer. Und wie!“
Da mussten alle nun aber lachen. Was für Ideen Anna immer hatte!
Nur Pfau Arthur war beleidigt. Er schlug ein Rad und stolzierte davon. Er konnte nicht verstehen, warum das kleine Mädchen diesen blöden Hahn ihm vorzog, wo er doch so ein prächtiges Federkleid hatte und überhaupt das schönste Wesen unter der Sonne war! Oder etwa nicht?

© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl

05. Juli 2017 von Elke
Kategorien: Auf dem Land, Familiengeschichten, Kindergeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten, Tiergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , | Schreibe einen Kommentar

← Ältere Artikel