Das Lied des Sommerwaldes
Das Lied des Sommerwaldes
Zauberhafte Waldgeschichte für Kinder
Abends im Wald mit Blumen, die kleinen Wichteln ähneln
Wenn die Sonne langsam hinter den Bäumen versinkt und der Sommerwald in goldenes Licht getaucht wird, beginnt eine besondere Zeit. Dann scheint es fast, als würden die Fingerhutblüten singen und kleine Wichtel zwischen den Blumen tanzen. In diesem Sommermärchen begleiten wir Hanni und ihren Großvater auf einen Abendspaziergang voller Fantasie, Musik und leiser Wunder. Mit Arbeitsmodul.
Inhalt
🌲 Das Lied des Sommerwaldes
🧸 Ganz einfache Fassung für den Kindergarten
📖 Einfache Fassung für Erstleser
🔤 Silbenschrift
💬 Große Fragerunde
🎵 Mach mit! Ideen rund um Waldmusik und Sommerabend
🌙 Fantasiereise: Der singende Sommerwald
🌿 Warum Wälder voller Geräusche und Musik sind
Das Lied des Sommerwaldes
Heute darf Hanni den Großvater bei seinem Abendspaziergang begleiten.
Gerade verabschiedet sich die Sonne vom Tag und es ist still ringsum geworden.
Aber diese Stille ist nicht leise. Sie ist nur anders still auf einmal.
„Psst! Lausche!“
Der Großvater hat Halt gemacht und hält die Hand hinters Ohr. So kann er besser der Stille lauschen.
Hanni folgt seinem Beispiel und so stehen beide da mit sehr gespitzten Ohren.
„Da!“ Der Großvater deutet über die Waldlichtung zu den Fingerhutblüten hinüber.
„Gerade tanzen die Wichtel wieder. Manchmal singen sie auch. Lausche! Hörst du sie?“
Die kleine Hanni staunt. Es stimmt. Die Blütenkelche dieser großen Waldblumen ähneln wirklich kleinen Wichtelmützen.
„Ich sehe sie, aber ich kann nichts hören, Opa!“, flüstert sie aufgeregt. „Was singen sie denn, die Wichtel?“
Sie legt ihre Hände wie kleine Trichter hinter die Ohren, um besser hören zu können.
„Psst!“ Opa zupft sich am Ohrläppchen, dann fängt er an, leise zu summen. Es ist eine hübsche Melodie, die wie „Ein Männlein steht im Walde“ klingt.
Hanni lauscht. Dann singt sie:
„Ein Elflein steht im Walde, es singt ein Lied von vielen kleinen Wichteln, die singen mit. Sag, wer mag das Elflein sein, das da singt im Wald allein. Lala lala lalalala lalalaaa …“
Sie will lachen, doch dann verstummt sie. Von ringsherum her nämlich antworten auf einmal viele hundert und mehr Stimmchen und sie singen auch dieses Lied.
„Opa, das ist schön! Und ein bisschen unheimlich auch!“, flüstert Hanni.
„Ja!“ Opa lächelt. „Unheimlich schön, nicht wahr?“
Als die Stimmen verstummen, versucht Hanni es noch einmal:
„Sag, wer mag das Elflein sein, das da singt mit den Wichteln fein …“
Sie singt und singt und findet so viele neue Worte und Reime für ihr Elfenlied, dass sich Opa ein paar Mal verstohlen Tränen aus den Augenwinkeln wischen muss. So schön hat ihr Gesang geklungen.
„Und nun seid ihr wieder an der Reihe!“, ruft Hanni schließlich zur Lichtung hinüber. Dann schweigen sie und lauschen.
Leiser wird der Gesang der Elfenstimmchen. Immer leiser.
Die Abendsonne schickt ihre letzten warmen Strahlen auf die Erde und Opa drängt zum Aufbruch.
„Morgen kommen wir wieder hierher, einverstanden?“, fragt er und nimmt Hannis Hand.
Das Mädchen nickt, auch wenn es ein wenig traurig ist, denn etwas Schöneres als den Gesang der Waldbewohner hat es lange nicht gehört.
💬 Warst du auch schon einmal abends im Wald?
Die nachfolgenden Gedanken und Texte vertiefen die Geschichte und laden zum Erinnern, Nachdenken und Mitfühlen ein.
Diese Versionen sind sprachliche Bearbeitungen derselben Geschichte zur besseren Zugänglichkeit und stellen keine eigenständigen Werke dar.
Das Lied des Sommerwaldes – Ganz einfache Fassung für den Kindergarten
Hanni ist mit Opa im Wald unterwegs.
Sie machen einen Abendspaziergang.
Die Sonne geht langsam unter.
Auf einer Lichtung stehen viele rosa farbene Fingerhutblumen.
„Schau!“, sagt Opa. „Die Blüten sehen aus wie kleine Wichtelmützen.“
Hanni staunt.
Vielleicht verstecken sich hier echte Wichtel?
„Hörst du sie singen?“, fragt Opa.
Hanni lauscht.
Erst hört sie nichts.
Dann summt Opa eine leise Melodie.
Hanni singt mit.
Sie singen „Ein Männlein steht im Walde“.
Da passiert etwas Wunderbares.
Plötzlich nämlich klingt es, als würden viele kleine Stimmen mitsingen.
Hanni bekommt große Augen.
„Das ist wunderschön“, flüstert sie.
Opa lächelt.
Gemeinsam lauschen sie dem Lied des Sommerwaldes.
Als es dunkel wird, gehen sie nach Hause.
„Morgen kommen wir wieder“, verspricht Opa.
Darüber freut sich Hanni sehr.
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Das Lied des Sommerwaldes – Einfache Fassung für Erstleser
Hanni macht mit ihrem Opa einen Spaziergang durch den Wald.
Die Abendsonne scheint warm durch die Bäume.
Auf einer Lichtung entdecken sie viele rosafarbene Fingerhutblumen.
Die Blüten sehen aus wie kleine Wichtelmützen.
Ob es Wichtelblumen sind?
„Die Wichtel tanzen dort wieder“, sagt Opa da leise. „Siehst du sie?“
Hanni staunt.
„Und manchmal singen sie sogar.“ Opa hält die Hand hinters Ohr und lauscht.
Neugierig lauscht auch Hanni.
Doch zuerst hört sie nichts.
Da beginnt Opa leise zu summen.
„Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm …“
Die Melodie klingt wunderschön.
Nun beginnt auch Hanni zu singen.
Sie erfindet dabei eigene Worte und Reime zu dem Lied.
Und plötzlich hört es sich an, als würden viele kleine Stimmen mitsingen.
Hanni bekommt eine Gänsehaut.
„Das ist schön und ein bisschen unheimlich“, flüstert sie.
Opa lächelt.
„Unheimlich schön“, sagt er.
Lange lauschen sie dem geheimnisvollen Lied des Sommerwaldes.
Erst als die Sonne langsam untergegangen ist, machen sie sich auf den Heimweg.
„Morgen kommen wir wieder“, verspricht Opa.
Und Hanni freut sich schon darauf.
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Das Lied des Sommerwaldes – Sil-ben-schrift
Han-ni mach-te mit ih-rem O-pa ei-nen Spa-zier-gang durch den Wald.
Die A-bend-son-ne schien warm durch die Bäu-me.
Auf ei-ner Lich-tung ent-deck-ten sie vie-le Fin-ger-hut-blu-men.
Die Blü-ten sa-hen aus wie klei-ne Wich-tel-müt-zen.
„Die Wich-tel tan-zen dort wie-der“, sag-te O-pa lei-se.
Han-ni staun-te.
„Und manch-mal sin-gen sie so-gar.“
Neu-gie-rig lausch-te Han-ni.
Doch zu-erst hör-te sie nichts.
Da be-gann O-pa lei-se zu sum-men.
Die Me-lo-die klang wun-der-schön.
Nun be-gann auch Han-ni zu sin-gen.
Sie er-fand da-bei ei-ge-ne Wor-te und Rei-me.
Und plötz-lich hör-te es sich an, als wür-den vie-le klei-ne Stim-men mit-sin-gen.
Han-ni be-kam ei-ne Gän-se-haut.
„Das ist schön und ein biss-chen un-heim-lich“, flüs-ter-te sie.
O-pa lä-chel-te.
„Un-heim-lich schön“, sag-te er.
Lan-ge lausch-ten sie dem ge-heim-nis-vol-len Som-mer-wald.
Erst als die Son-ne lang-sam un-ter-ging, mach-ten sie sich auf den Heim-weg.
„Mor-gen kom-men wir wie-der“, ver-sprach O-pa.
Und Han-ni freu-te sich schon da-rauf.
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Große Fragerunde zum Sommerwald
* Warum staunte Hanni über die Fingerhutblüten?
* Kennst du diese Waldblumen? Hast du sie schon einmal gesehen?
* Warum erinnerten die Blumen an Wichtel?
* Warum summte Opa zuerst nur leise?
* Was fühlte Hanni beim Singen?
* Warum klang der Wald plötzlich lebendig?
* Was bedeutet „unheimlich schön“?
* Warum wirken Wälder am Abend oft geheimnisvoll?
* Hast du schon einmal Geräusche im Wald gehört?
* Welche Geräusche gehören zum Sommerwald?
* Warum regen Märchen und Fantasie die Gedanken an?
* Welche Wesen könnten im Wald wohnen?
* Warum tun Musik und Singen gut?
* Hast du schon einmal selbst ein Lied erfunden?
* Warum war Opa gerührt von Hannis Gesang?
* Wie verändert sich der Wald am Abend?
* Warum ist gemeinsames Singen schön?
* Welche Blumen kennst du aus dem Wald?
* Wie riecht ein Sommerwald?
* Warum hören Kinder oft Dinge, die Erwachsene nicht mehr hören?
* Was macht einen besonderen Moment aus?
* Warum sind Natur und Fantasie oft verbunden?
* Welche Lieder magst du?
* Warum wirken Abendstunden oft ruhiger?
* Was würdest du im Sommerwald hören wollen?
* Warum wollte Hanni unbedingt wiederkommen?
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Mach mit! Ideen rund um Waldmusik und Sommerabend
🎵 Waldmusik machen
Die Kinder erzeugen Waldgeräusche:
* Blätterrauschen
* Vogelstimmen
* Summen
* Wind
* leises Klopfen wie Spechte
Zusammen entsteht das „Lied des Sommerwaldes“.
🌸 Fingerhutblüten basteln
Mit Papier oder Farben werden Fingerhutblumen gestaltet.
Vielleicht verstecken sich kleine Wichtel darin.
🎤 Reim- und Liederspiel
Ein Kind beginnt:
„Ein Elflein steht im Walde …“
Nun dichten die anderen weiter.
So entsteht ein gemeinsames Waldlied.
🌲 Bewegungsspiel: Wichteltanz
Die Kinder bewegen sich leise durch den Raum wie kleine Waldwichtel:
* schleichen
* tanzen
* drehen
* lauschen
Dann wird alles still und alle hören in den „Wald“.
🎨 Male deinen Zauberwald
Wie sieht dein Sommerwald aus?
Vielleicht:
* mit Wichteln
* Blumen
* Abendlicht
* singenden Tieren
* geheimnisvollen Stimmen
👂 Lauschen lernen
Alle sitzen ganz still.
Welche Geräusche hört man?
* Wind
* Stimmen
* Vögel
* Schritte
* Rascheln
Ein ruhiges Konzentrationsspiel.
🌅 Abendlicht-Spiel
Mit Tüchern oder Licht wird der Sonnenuntergang dargestellt.
Die Kinder beobachten:
Wie verändert sich die Stimmung?
💚 Mein schönster Waldmoment
Die Kinder erzählen:
* Was mögen sie am Wald?
* Waren sie schon einmal abends im Wald?
* Welche Geräusche oder Gerüche erinnern sie an Sommer?
Fantasiereise: Der singende Sommerwald
Schließe für einen Moment die Augen.
Stell dir vor, du gehst mit jemandem, den du lieb hast, durch einen warmen Sommerwald.
Es ist Abend.
Die Sonne schickt die letzten goldenen Strahlen zwischen den Bäumen hindurch.
Sie zaubern zarte Märchenbilder.
Vor dir öffnet sich eine kleine Lichtung.
Dort wachsen hohe Fingerhutblumen.
Ihre Blüten sehen aus wie kleine Wichtelmützen.
Du bleibst stehen und betrachtest dir diese märchenhaften Waldblumen genauer.
Ob es Wichtelblumen sind?
„Hallo, Wichtel!“, rufst du.
Dann lauschst du.
Es ist sehr still geworden.
Selbst der Wind hält den Atem an.
Da!
Ganz leise ertönt von den Blumen her eine Melodie.
Ist es der Wind, der summt?
Oder singen vielleicht kleine Waldwesen?
Du stehst still und lauschst und hörst:
Blätterrauschen
Vogelstimmen
leises Summen
geheimnisvolle kleine Stimmen
Nun singst auch du ein paar leise Töne.
„Ein Männlein steht im Walde, ganz still und stumm …“
Und plötzlich klingt es, als würde der ganze Wald mitsingen.
Der Abend wird ruhiger und immer ruhiger.
Die Sonne verabschiedet sich langsam hinter den Bäumen.
Sie nimmt das Licht mit.
Du verharrst noch und genießt den Moment.
Ganz leicht und geborgen fühlst du dich beim Lied des Sommerwaldes.
Psst!
Warum Wälder voller Geräusche und Musik sind – und was Fingerhutblüten so besonders macht
Ein Wald ist niemals ganz still.
Besonders im Sommer hört man:
* Vogelgesang
* Summen von Insekten
* Windrauschen
* knackende Äste
* raschelnde Blätter
Viele Menschen empfinden diese Geräusche als beruhigend.
Am Abend verändert sich der Wald:
* manche Tiere werden ruhiger
* andere Tiere werden erst aktiv
* die Luft wird kühler
* Geräusche wirken geheimnisvoller
Fingerhutblumen wachsen oft an Waldrändern oder in Lichtungen.
Sie sehen mit ihren glockenförmigen Blüten tatsächlich ein bisschen märchenhaft aus.
Wichtig:
Fingerhut ist eine sehr schöne, aber auch giftige Pflanze.
Darum darf man sie niemals essen oder pflücken.
Viele Märchen und Geschichten entstehen aus Naturbeobachtungen.
Besonders Kinder entdecken in Blumen, Wolken oder Bäumen oft:
* Gesichter
* Figuren
* Wichtel
* Elfen
* oder andere Fantasiewesen
Und genau das macht die Natur für viele Menschen so zauberhaft.
© Elke Bräunling & Regina Meier zu Verl
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