Drachenkind und die alte Burg

Drachenkind und die alte Burg

Abenteuergeschichte und Ritterzeit


Titelbild zur Geschichte "Drachenkind und die alte Burg" mit Einleitung und Illu

Ein Ausflug in eine andere Welt … und in eine andere Zeit

Maja und Moritz erkunden eine Burgruine und landen mitten in der Ritterzeit! Ein fantasievolles Abenteuer mit Drachen, Rittern und einer Zeitreise.
Diese Drachen- und Rittergeschichte eignet sich besonders gut für Kinder im Grundschulalter, für Vorlesestunden, Projekttage zum Mittelalter und für kleine Drachenfans.
Die Geschichte lädt zum Mitfiebern, Nachdenken und Träumen ein. Sie erzählt von Mut, Angst, Geschwistern, geheimnisvollen Burgen und davon, dass manches ganz anders ist, als es zuerst scheint. Auch für Fantasiereisen, Gesprächsrunden oder kreative Ritter- und Drachenprojekte eignet sich die Geschichte wunderbar.
Mit Arbeitsmodul.

Inhalt

 

Drachenkind und die alte Burg

Eines Sonntagmorgens fahren Maja und Moritz mit ihren Eltern aufs Land zu einem Picknick. Das Wetter ist schön, und am Rande eines Berges entdecken sie eine Wiese.
„Ein schöner Platz“, sagt Mama und wirft sich ins Gras. „Hier stehe ich nicht mehr auf.“
„Und ich“, freut sich Papa, „kann hier in aller Ruhe mein Buch lesen.“
Maja und Moritz sehen sich an. „Und wir? Was sollen wir machen?“
„Ihr könnt auf den Hügel hinaufwandern“, schlägt Papa vor. „Dort oben soll es eine Ruine geben.“
Illustration "Burgruine, vernebelt, mitten im Wald, davor ein Junge und ein Mädchen"„‚Eine alte Burg?“, fragt Moritz.
„Keine Ahnung. Seht nach! Vielleicht weckt ihr einen ollen Burgdrachen aus seinem Jahrtausendschlaf auf!“
„Mega!“ Nun ist Moritz vollends begeistert. „Los, wir sehen uns diese Burg an!“
Maja verzieht das Gesicht. „Na ja“, meint sie dann. „Es ist besser, als sich hier zu Tode zu langweilen.“
Langsam steigen die Geschwister durch den Wald bergauf. Neblig ist es auf einmal, und je höher sie kommen, desto dichter wird der Nebel. Auf einmal bleibt Maja stehen. Wie erstarrt blickt sie in den seltsam schimmernden Nebel.
„Ich muss los!“ sagt sie mit eigenartig fremd klingender Stimme.
„Wohin?“ fragt Moritz.
„Zur Burg. Dareg ruft nach mir. Hörst du es nicht?“
„Burg? Dareg? Was ist los mit dir?“
Maja aber hört nicht mehr zu. Wie verzaubert geht sie auf das Nebelgrau zu.
„Die spinnt“, murmelt Moritz, doch weil er seine Schwester nicht alleine lassen will, folgt er ihr, und bald haben sie die Bergkuppe erreicht. Ein hohes, brüchiges Gemäuer mit einem finsteren Tordurchgang erhebt sich vor ihnen.
In Moritz‘ Bauch fängt es an zu grummeln. Ihm ist, als rieche er Gefahr. Er schüttelt sich.
„Geh da nicht rein!“, ruft er, doch Maja ist schon im im Gang verschwunden.
Da fasst auch er sich ein Herz und folgt seiner Schwester durch den finsteren Gang.

Illustration "Geschäftiges mittelalterliches Treiben im Burghof" Aber was ist das? Moritz erschrickt. Das ist ja gar keine Ruine! Nein, ein richtiger Burghof ist es, in dem reges Treiben herrscht: Ritter in Blechrüstungen üben sich im Schwerterkampf, Knechte füttern prächtige Pferde, Mägde schleppen Körbe und Eimer, an den Fenstern stehen Burgfräuleins und winken den Rittern zu, ein Bauer lädt eine Wagenladung Getreide aus, eine Zigeunerin liest den Rittern aus der Hand und ein dicker, glatzköpfiger Mönch geht in der Bibel lesend auf und ab. Und mitten in diesem Trubel steht Maja in einem tiefblauem Samtgewand und hohem Schleierhut. Es scheint, als gehöre sie dazu.
Moritz schüttelt sich noch einmal. Das kann nicht wahr sein! Sind sie im Mittelalter gelandet? Und was ist mit Maja los?
„Fehlt nur noch der böse König und sein wilder Drache“, brummt er. Ihm ist kalt. „Maja“, ruft er, „komm zurück. Schnell!“

Illustration "Burgfräulein im Burghof auf der Treppe, vor ihr der kleine dicke König"Zu spät. Ein kleiner, dicker König schreitet mit gemessenen Schritten die Treppe herab. Er geht auf Maja zu.
„Sei gegrüßt, Drachenkind“, sagt er zu ihr.
Maja verbeugt sich vor dem kleinen Dicken und antwortet mit feierlich klingender Stimme:
„Ich grüße Euch, Dareg, mein Herr und Meister. Ihr habt mich, Drachenkind, gerufen. Ich bin zur Stelle.“
„Diese dumme Nuss!“, entfährt es Moritz. Er kann es nicht fassen. Aufgeregt sieht er sich um. Irgendwie scheint er unsichtbar zu sein, denn die Menschen im Hof beachten ihn nicht. Moritz fühlt sich ein bißchen sicherer. Er geht zu Maja und zieht sie an Ärmel.
„Die haben nichts Gutes mit dir vor. Lass uns abhauen!“
Maja aber scheint ihn nicht zu bemerken.
„Komm, Drachenkind!“, befiehlt der kleine dicke König. „Nirak ruft nach dir.“
„Nirak? Wer ist Nirak?“ schreit Moritz, doch da folgt Maja schon diesem komischen König zu einer verriegelten Eisentür, die ins Burgverlies führt. Und jetzt weiß er, was geschehen wird. Ein Drachenopfer! Maja, seine Schwester, soll das Futter für einen ollen Burgdrachen sein! Nein!
„Nein! Nein! Nein!“ schreit er und rast über den Burghof. Er muss vor Maja an dieser Eisentür sein. „Ich muss es schaffen, ich muss es schaffen“, sagt er sich immer wieder vor und rennt und rennt, rempelt da einen der Knechte an, läuft hier eine Magd über den Haufen, flitzt mitten durch die blinkenden Schwerter der kämpfenden Ritter, überholt Maja und den kleinen, dicken König und stellt sich mit ausgebreiteten Armen vor das Eisentor.
Grausig zischende Töne dringen aus dem Verlies. Der Drache fordert sein Opfer. Es muss ein besonders böser Drache sein.
„Du kriegst sie nicht“, schreit Moritz, und presst seinen Körper gegen die Tür. Die fühlt sich drachenglutheiß an. Was für ein Ungeheuer! „Nein, du kriegst sie nicht!“
Da kommen auch schon Maja und der König. Maja kniet vor dem kleinen dicken König nieder, küßt seine Füße und sagt:
„Gerne bin ich Euch zu Diensten, ehrenwerter Dareg, Ihr mein Herr und Gebieter!“
Der kleine, dicke König streicht über Majas Gesicht und antwortet hoheitsvoll:
„Folge deinem Schicksal, Drachenkind! Und gebiete Nirak meinen ergebensten Gruß!“
Dann lässt er von seinen Dienern die Eisentür öffnen.
Illustration "Burgfräulein im Burghof vor dem Drachentor mit Drachen"„Ihr kriegt sie nicht“, schreit Moritz noch einmal, und ehe der König und seine Diener etwas tun können, schlüpft er durch die Eisentür, schlägt sie hinter sich zu und stemmt sich mit aller Kraft dagegen. Er weiß nicht, wie lange er das aushalten kann. Und da kommt auch schon der Drache aus einer dunklen Ecke hervorgekrochen.
„Uauuauahhhhh“, faucht er wild. „Du bist nicht Drachenkind. Schssss… – Uauauauahhhh. Man will mich betrügen!“
„Nein“, schreit Moritz. „Töten will man dich. Erstechen und in deinem Blut ertränken. Hörst du? Sie kommen. Hilf mir, die Tür zuzuhalten!“
Der Drache wird blass. „E-erstechen? E-ertränken? Diese Rohlinge! Hi-hilf mir! Es soll dein Schaden nicht sein!“
„Ich helfe dir“, ruft Moritz, „mach schnell! Halte diese Tür zu. Aber fest!“
Da kommt der ängstliche, wilde Drache blitzschnell angetippelt und stemmt sich mit aller Kraft gegen die Tür.
Moritz atmet auf. „Geschafft“, murmelt er. „Jetzt kommen sie nicht herein. Wir sind gerettet.“
Erschöpft lässt er sich auf die Stufen sinken und schließt für einen Moment die Augen … und schläft ein.
„Penner!“, hört er da plötzlich die vergnügte Stimme seiner Schwester rufen. „Wie kannst du hier in diesem dunklen Loch schlafen? Sieh dir lieber die Ruine an! Groß ist die! Das muss hier richtig toll gewesen sein, damals, im Mittelalter!“
Moritz sieht Drachenkind, das wieder wie Maja aussieht, an. Er muss grinsen.
„Und wie“, sagt er. „Man kann es sich kaum vorstellen. Aber lass uns zurückgehen. Ich habe genug gesehen.“
Und Maja und Moritz schlendern gemütlich zur Wiese zurück.

© Elke Bräunling

 

Die nachfolgenden Gedanken und Texte vertiefen die Geschichte und laden zum Erinnern, Nachdenken und Mitfühlen ein.

Diese Versionen sind sprachliche Bearbeitungen derselben Geschichte zur besseren Zugänglichkeit und stellen keine eigenständigen Werke dar.

Drachenkind und die alte Burg – Einfache Fassung für Erstleser

Maja und Moritz machen mit ihren Eltern einen Ausflug.
Sie fahren aufs Land.
Mama legt sich auf die Wiese. Papa liest ein Buch.
„Und was machen wir?“, fragt Moritz.
„Geht doch zur alten Burg dort oben“, sagt Papa.
Moritz freut sich. „Vielleicht wohnt dort ein Drache!“
Maja zuckt mit den Schultern.
Dann gehen die beiden Kinder den Berg hinauf.
Im Wald ist es still.
Und plötzlich kommt Nebel. Immer mehr Nebel.
Maja bleibt stehen.
„Die Burg ruft mich“, sagt sie leise.
Moritz erschrickt. „Was redest du denn da?“
Doch Maja läuft weiter.
Oben auf dem Berg steht eine alte Burg.
Das Tor ist dunkel und groß.
Maja geht hinein. Moritz läuft hinterher.
Doch drinnen ist alles ganz anders.
Die Burg ist plötzlich voller Menschen.
Ritter laufen über den Hof.
Pferde wiehern.
Mägde tragen Körbe.
Und Maja trägt auf einmal ein schönes Kleid.
Ein kleiner König kommt die Treppe herunter.
„Sei gegrüßt, Drachenkind“, sagt er.
Moritz bekommt Angst.
Dann führt der König Maja zu einer schweren Eisentür.
Dahinter lebt ein Drache.
Moritz will seine Schwester retten.
Schnell läuft er zur Tür.
Er öffnet sie und schlüpft hinein.
Dort sitzt ein großer Drache.
„Uauauahhh!“, faucht er.
Moritz zittert. Doch dann merkt er etwas:
Der Drache hat auch Angst.
„Sie wollen mich töten!“, ruft der Drache.
„Ich helfe dir“, sagt Moritz.
Gemeinsam halten sie die schwere Tür zu.
Dann setzt sich Moritz müde auf die Treppe.
Kurz schließt er die Augen.
„Penner!“, ruft plötzlich Maja lachend.
Moritz schaut sich um.
Die Burg ist wieder eine alte Ruine.
Kein König. Keine Ritter. Kein Drache.
Nur Maja steht neben ihm.
„Komm“, sagt sie. „Wir gehen zurück.“
Und gemeinsam laufen die beiden Kinder wieder zur Wiese hinunter.

 

Drachenkind und die alte Burg in Sil-ben-schrift

Ma-ja und Mo-ritz ma-chen mit ih-ren El-tern ei-nen Aus-flug.
Sie fah-ren aufs Land.
Ma-ma legt sich auf die Wie-se.
Pa-pa liest ein Buch.
„Und was ma-chen wir?“, fragt Mo-ritz.
„Geht doch zur al-ten Burg dort o-ben“, sagt Pa-pa.
Mo-ritz freut sich.
„Viel-leicht wohnt dort ein Dra-che!“
Ma-ja zuckt mit den Schul-tern.
Dann ge-hen die bei-den Kin-der den Berg hi-nauf.
Im Wald ist es still.
Und plötz-lich kommt Ne-bel.
Im-mer mehr Ne-bel.
Ma-ja bleibt ste-hen.
„Die Burg ruft mich“, sagt sie lei-se.
Mo-ritz er-schrickt.
„Was re-dest du denn da?“
Doch Ma-ja läuft wei-ter.
O-ben auf dem Berg steht ei-ne al-te Burg.
Das Tor ist dun-kel und groß.
Ma-ja geht hi-nein.
Mo-ritz läuft hin-ter-her.
Doch drin-nen ist al-les ganz an-ders.
Die Burg ist plötz-lich vol-ler Men-schen.
Rit-ter lau-fen ü-ber den Hof.
Pfer-de wie-hern.
Mäg-de tra-gen Kör-be.
Und Ma-ja trägt auf ein-mal ein schö-nes Kleid.
Ein klei-ner Kö-nig kommt die Trep-pe he-run-ter.
„Sei ge-grüßt, Dra-chen-kind“, sagt er.
Mo-ritz be-kommt Angst.
Dann führt der Kö-nig Ma-ja zu ei-ner schwe-ren Ei-sen-tür.
Da-hin-ter lebt ein Dra-che.
Mo-ritz will sei-ne Schwes-ter ret-ten.
Schnell läuft er zur Tür.
Er öff-net sie und schlüpft hi-nein.
Dort sitzt ein gro-ßer Dra-che.
„U-a-u-a-u-ahhh!“, faucht er.
Mo-ritz zit-tert.
Doch dann merkt er et-was:
Der Dra-che hat selbst Angst.
„Sie wol-len mich tö-ten!“, ruft der Dra-che.
„Ich hel-fe dir“, sagt Mo-ritz.
Ge-mein-sam hal-ten sie die schwe-re Tür zu.
Dann setzt sich Mo-ritz mü-de auf die Trep-pe.
Kurz schließt er die Au-gen.
„Pen-ner!“, ruft plötz-lich Ma-ja la-chend.
Mo-ritz schaut sich um.
Die Burg ist wie-der ei-ne al-te Rui-ne.
Kein Kö-nig.
Kei-ne Rit-ter.
Kein Dra-che.
Nur Ma-ja steht ne-ben ihm.
„Komm“, sagt sie. „Wir ge-hen zu-rück.“
Und ge-mein-sam lau-fen die bei-den Kin-der wie-der zur Wie-se hi-nun-ter.

 

⚔️ Gesprächsfragen zur Geschichte

* Warum folgt Maja der geheimnisvollen Stimme?
* Was hätte Moritz tun können?
* Warum geht er trotzdem hinterher?
* Hast du dich schon einmal gegruselt?
* Was bedeutet Mut?
* Kann man Angst haben und trotzdem mutig sein?
* Warum wirkt die Burg zuerst so unheimlich?
* Ist der Drache wirklich böse?
* Warum hat der Drache selbst Angst?
* Was denkst du über König Dareg?
* Hättest du dem Drachen geholfen?
* Was wäre passiert, wenn Moritz davongelaufen wäre?
* Glaubst du, dass alles nur ein Traum war?
* Warum faszinieren Burgen und Drachen die Menschen bis heute?

 

Mach mit! Große Ritter- und Drachenideen

🐉 Erfinde deinen eigenen Drachen
Wie sieht dein Drache aus?
* Hat er Flügel?
* Kann er Feuer speien?
* Welche Farbe hat er?
* Ist er mutig oder ängstlich?
* Lebt er in einer Höhle oder auf einer Burg?
* Hat er einen besonderen Namen?
Male deinen Drachen oder erzähle seine Geschichte.
🏰 Baue eine Burg
Aus Kartons, Bauklötzen oder Kissen könnt ihr eure eigene Ritterburg bauen.
Vielleicht gibt es:
* ein Burgtor
* einen Turm
* ein Verlies
* einen geheimen Gang
* eine Drachenhöhle
Danach könnt ihr eure eigene Rittergeschichte spielen.
⚔️ Ritterturnier ohne Kämpfen
Veranstaltet ein lustiges Ritterturnier.
Zum Beispiel:
* Balancieren wie Ritter
* „Pferderennen“ mit Hüpfbewegungen
* Sandsäckchen werfen
* Zielwerfen
* Mutproben
* Schleichspiele im „Nebelwald“
Wer schafft die Ritterprüfung?
🌫️ Durch den Nebel schleichen
Verwandelt ein Zimmer oder den Garten in einen geheimnisvollen Nebelwald.
Legt Decken, Kissen oder Stühle als Hindernisse aus.
Nun müssen die Kinder:
* leise schleichen
* den Drachen finden
* Ritter umgehen
* den Weg zur Burg entdecken
Das macht besonders in Gruppen viel Spaß.
📜 Gestalte eine alte Pergamentrolle
Bemalt Papier mit Kaffee oder starkem Tee, damit es alt aussieht.
Darauf könnt ihr:
* Ritterregeln schreiben
* einen Schatzplan malen
* eine Drachenbotschaft erfinden
* euer eigenes Burgwappen zeichnen
Vielleicht rollt ihr das Pergament danach zusammen und bindet eine Schnur darum.
🛡️ Male dein Ritterwappen
Früher hatten Ritter oft eigene Wappen.
Überlegt:
* Welche Farben passen zu dir?
* Welches Tier soll auf dein Wappen?
* Welche Zeichen stehen für Mut oder Freundschaft?
Danach könnt ihr eure Wappen ausschneiden und an die Wand hängen.
🐲 Der Drache hat Angst
Spielt die Szene mit dem Drachen nach.
Ein Kind spielt den Drachen.
Ein anderes Kind spielt Moritz.
Dann sprecht darüber:
* Warum hat der Drache Angst?
* Wie kann man jemandem Mut machen?
* Warum hilft Moritz ihm?
So merkt man:
Auch starke Wesen können Angst haben.
☀️ Eigene Drachengeschichten erfinden
Vielleicht erlebt Nirak noch weitere Abenteuer.
Zum Beispiel:
* Der Drache im Winterwald
* Nirak findet einen Freund
* Das Geheimnis der Nebelburg
* Der Drache ohne Feuer
* Das Drachenkind kehrt zurück
Wer mag, kann daraus eigene kleine Geschichten malen oder schreiben.

 

Fantasiereise: Die Nebelburg

Schließe für einen Moment die Augen.
Stell dir vor, du wanderst durch einen stillen Wald bergauf.
Zwischen den Bäumen hängt dichter Nebel.
Es ist ganz ruhig.
Nur das Rascheln der Blätter und das Knacken kleiner Äste sind zu hören.
Je höher du steigst, desto dichter wird der Nebel.
Fast sieht es aus, als würden sich darin Schatten bewegen.
Und dann entdeckst du sie.
Hoch oben auf dem Berg tauchen alte Mauern auf.
Eine Burg.
Groß.
Still.
Geheimnisvoll.
Der Wind streicht durch zerbrochene Fenster.
Eine alte Fahne flattert irgendwo im Grau.
Langsam gehst du durch ein dunkles Burgtor.
Drinnen flackern Fackeln an den Wänden.
Du hörst Stimmen, Pferdehufe und das Klirren von Schwertern.
Mitten im Burghof stehen Ritter, Burgfräulein und Diener.
Doch irgendwo tief unten in der Burg lebt noch jemand.
Ein Drache.
Vielleicht ist er gar nicht böse.
Vielleicht hat er einfach nur Angst.
Du atmest tief ein.
Und plötzlich fühlst du dich mutig genug, weiterzugehen.

 

 

Kurze Gedanken zur Geschichte

Ist der Drache wirklich böse?
In vielen alten Geschichten sind Drachen gefährliche Monster. Ritter kämpfen gegen sie, Könige fürchten sie und Menschen laufen vor ihnen davon.
Auch Moritz denkt zuerst, dass der Drache gefährlich sein muss. Immerhin lebt er hinter einer schweren Eisentür tief unten im Burgverlies. Schon sein Fauchen klingt schrecklich.
Doch dann geschieht etwas Überraschendes: Der Drache hat selbst Angst.
Er fürchtet sich davor, verletzt und getötet zu werden. Plötzlich wirkt er gar nicht mehr wie ein schreckliches Monster, sondern eher wie ein verängstigtes Wesen, das Hilfe braucht.
Vielleicht zeigt die Geschichte deshalb etwas Wichtiges:
Nicht alles, was gefährlich aussieht, ist wirklich böse.
Und manchmal versteckt sich hinter Angst einfach nur Einsamkeit oder Sorge.
Moritz erkennt das. Und darum hilft er dem Drachen.
Und vielleicht ist genau das der mutigste Moment der ganzen Geschichte.

Drachen in Märchen und Sagen
Drachen gehören zu den ältesten Fantasiewesen der Welt.
Schon vor sehr langer Zeit erzählten Menschen Geschichten über riesige Drachen mit scharfen Krallen, langen Schwänzen und feuerspeienden Mäulern.
In manchen Geschichten sind Drachen gefährlich und wild. Ritter kämpfen gegen sie und versuchen, Menschen zu retten.
Doch nicht alle Drachen sind böse.
Es gibt auch:
* kluge Drachen
* traurige Drachen
* einsame Drachen
* freundliche Drachen
* lustige Drachen
* Drachen, die selbst Hilfe brauchen
Darum faszinieren Drachen die Menschen bis heute.
Sie stehen oft für:
* Angst
* Stärke
* Geheimnisse
* Mut
* Fantasie
Und manchmal zeigen Drachengeschichten auch:
Wer genauer hinsieht, entdeckt hinter dem Monster vielleicht ein gutes Herz.

Leben auf einer Burg
Vor vielen hundert Jahren wurden Burgen auf hohen Bergen oder an wichtigen Wegen gebaut. Von dort aus konnte man Feinde früh entdecken.
In einer Burg lebten nicht nur Ritter und Könige. Auch viele andere Menschen gehörten zum Burgleben. Das sind:
* Knechte
* Mägde
* Schmiede
* Köche
* Stallburschen
* Wachen
* manchmal sogar Mönche oder Händler
Im Burghof herrschte oft reges Treiben. Pferde wurden versorgt, Waren transportiert und Essen gekocht.
Burgen hatten dicke Mauern, schwere Tore und manchmal sogar Zugbrücken oder Verliese. Dort sollten die Menschen Schutz finden.
Besonders spannend fanden Kinder früher wie heute die Geschichten über Ritter, geheime Gänge und Drachen. Alte Burgen wirken nämlich oft geheimnisvoll, besonders im Nebel.

 

© Elke Bräunling

Geschichten mit aufregenden Begegnungen

 

AUSMALBILD

Ausmalbild "Burgfräulein im Burghof vor dem Drachentor mit fauchendem Drachen"

Pinterestpin und Textanfang "Drachenkind und die alte Burg"

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