Apfelpfannkuchen für hungrige Ritter

Ohne Äpfel gibt es keine Apfelpfannkuchen. Ein Fall für ‚tapfere‘ Ritter?

Draußen klackert es. Und es trappelt.
Zwei Kerle reiten aufeinander zu. Sie sehen aus wie tapfere Ritter. Der erste, der von rechts, hebt den Arm, schwingt ihn und haut das lange Ding, das er in der Hand hält, auf den anderen ein. Der wehrt sich, hält ebenfalls ein seltsames langes Ding dem Angreifer entgegen. Nun treffen sie aufeinander. Klack! Klack! Sie kämpfen einen aussichtslosen Kampf. Mal ist das eine oben, mal das andere. Mal stößt der eine Kämpfer einen Schrei aus, mal der andere.
Da! Eine Stimme. Sie schreit einen Befehl! Es ist die Stimme eines Weibes. Eines Ritterweibes.
„Wir Burgfräuleins sind hungrig!“, schreit die Stimme. „Hört auf mit euren dummen Kampfspielen!“
„Es wird Zeit, dass ihr Männer auf die Jagd geht und etwas zu Essen besorgt“, tönt eine zweite Burgfräuleinsstimme. „Aber schnell! Aber los!“
Die beiden tapferen Ritter sehen sich mit gequälten Mienen an.
„So ein Stress aber auch!“, brummt der eine.
„Immer diese Weiber!“, murrt der andere.
Dann wenden Sie ihre Pferde, die eigentlich Fahrräder sind, und gehen auf Beutezug. Sie haben auch schon einen Plan: Nachbar Sonnenberg und sein Garten. Der Nachbar wohnt noch nicht lange hier und muss übersehen haben, dass in seinem wilden Garten hinten an der Grenze zum Feld ein Baum voller süßer reifer rotwangiger Äpfel auf die Ernte wartet.
Prüfend stehen die beiden tapferen Ritter wenig später vor dem Baum.
„Auf, Ritter Jonas! Die Beute wartet“, ruft der eine Ritter.
„Und unsere Frauen auch!“, erwidert der andere. „Wir dürfen sie nicht enttäuschen, Ritter Tobias.“ Er schwingt sein Schwert und ruft: „Auf den Feind! Wir machen ihn kalt!“
„Yeah!“, schreit sein Kumpan.
Sie steigen von ihren Pferden, nähern sich mit erhobenen Schwertern dem Opferbaum, der ein Apfelbaum ist, sehen sich noch einmal nach Feinden um, besonders nach Nachbar Sonneberg, greifen in den unteren Ast am Zaun und rauben eins, zwei, drei, vier Äpfel und, nach kurzem Zögern, einen fünften. Dann aber los! Nichts wie weg!
Wie von tausend und mehr bösen Drachen verfolgt, rasen die beiden Krieger zu ihren Pferden, äh, Fahrrädern, springen auf und reiten im Galopp zurück in die heimatliche Burg.
Dort werden sie schon erwartet.
„Beeilt euch, ihr Helden“, ruft ihnen Burgfräulein Jana entgegen. „Der Pfannkuchenteig ist fertig. Habt ihr die Äpfel?“
„Logo!“, brummt Ritter Jonas.
„Wir werden sie mit unseren Schwertern köpfen!“, ruft Ritter Tobias.
„Angeber! Ihr könnt absatteln! Essen ist gleich fertig.“ Das Burgfräulein schnappt sich die Äpfel und trägt die Beute in die Küche. „Unser Gast ist auch schon eingetroffen.“
„Gast?“, fragt der edle Ritter. „Wer ist heute unser Gast?“
„Herr Sonneberg, der neue Nachbar. Mama hat ihn zu Apfelpfannkuchen mit Vanillesoße eingeladen. Warum fragt ihr?“
Die tapferen Ritter sehen sich an. So eine Pleite! Sie denken nach.
Dann antwortet Ritter Tobias schnell:
„Gute Idee! Dann weiß Ritter Sonneberg endlich, wie die Äpfel von seinem Apfelbaum schmecken.“

© Elke Bräunling

Und hier geht die Geschichte weiter mit Mama, Nachbar Sonneberg, den tapferen Rittern und Burgfräuleins und einer Einladung zum Essen. Von Äpfeln, Nachbarn und armen Rittern

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Über Elke

Elke Bräunling, Kinderbuchautorin

23. Juli 2015 von Elke
Kategorien: Abenteuergeschichten, Familiengeschichten, Freundschaftsgeschichten, Mutgeschichten, Sommergeschichten, Spaßgeschichten, Traumgeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | 12 Kommentare

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