Die tanzenden Sterne

Fröhliche Sternengeschichte zur guten Nacht – Ob Sterne am Himmel auch Feste feiern?

Mitten in der Nacht wacht Mia auf. Von drauße her hört sie ein helles Lachen. Sie blickt aus dem Fenster und sieht viele kleine Sternchen über den Himmel flitzen. Es ist, als feierten sie ein Fest. Wild geht es zu. Wie kleine Flitzefeger sausen die Sterne über den Himmel. Gerade necken sie die Sternenfee und tanzen ihr auf dem Kopf herum. Dann jagen sie zum Mond hinüber und pieksen ihn in seine Sichelspitzen. Der Mond blickt nicht sehr fröhlich drein. Ob er kitzelig ist?
Mia lacht. Zu witzig sieht das aus. Bevor sich der Mond wehren kann, hüpft die übermütige Sternenbande in seine zarten Wolkenschleier hinein.
„Hey, ihr übermütigen Bengel!“, ruft der Mond. „Hört auf, meine Wolkenbegleiter zu rupfen und zu zupfen!! Au! Autsch! Halt! Meine Mondsichel ist doch kein Trampolin!!! Runter mit euch!“
Was für eine Nacht! Schon toben die kleinen Sternenkerle weiter und tanzen nun einen Sternen-Rap.
„Toll!“, murmelt Mia mit einem sehnsüchtigen Blick zum Himmel.
„Hey, passt auf!“, hört sie da den Mond rufen. „Gebt Acht vor dem Sternentor!“
Mia erschrickt. Das Sternentor ist gefährlich. Wenn ein Stern durch dieses Tor purzelt, fällt er zur Erde hinab.
Da! Wieder tanzt ein Sternchen gefährlich nahe vor dem Sternentor herum!
„Pass auf!“, ruft der Mond. „Geh nicht zu nah zum Sternentor!“
Vergebens. Dieses wilde Sternenkind lacht nur.
Wenn das nur gut geht!, denkt Mia.
„Vorsicht, kleiner Stern!“, ruft sie, und sie sieht, wie auch die Sternenfee mit wehendem Haar eilig zum Sternentor hinüber schwebt.
„Halt ein!“, ruft sie aufgeregt und schüttelt ihr Goldhaar. „Verlass mich nicht! Du bist noch so klein! Halt eieiiin!“
„Ja, gib Acht, Sternchen!“, ruft auch Mia noch einmal.
Da! Schon passiert es. Das Sternchen schwankt, rudert mit seinen Zacken und fällt durch das gefährliche Tor.
„Hilfeee!“, schreit es. „Was passiert mit mir!?“
„Halt ein!“, rufen ihm seine Sternenfreunde hinterher.
Die Sternenfee aber ist verzweifelt. „Mein armes Kind!“, klagt sie. „Du bist viel zu klein für einen Besuch auf der Erde! Ojeoje.“
Weit hallen ihre Rufe durch die Himmelswelt. „Mein armes, kleines Sternenkind, -kind, -kiiiiind…!“
Der kleine Stern aber fällt immer tiefer, und Mia ist´s, als steuere er direkt auf sie zu. Und auf einmal ist es taghell in ihrem Zimmer.
„Oh, da bist du ja, kleiner Stern!“, murmelt Mia erfreut. „Schön, dass du zu mir gekommen bist!“
„Hallo!“, antwortet eine Stimme. Es ist Mamas Stimme. „Warum bist du nicht im Bett?“
Mia blinzelt. Wo ist das Sternchen geblieben? Hat sie das Fest der Sterne nur geträumt? Schade. Oder nein. Ein Glück!
„Das Sternchen ist noch viel zu klein, um auf der Erde zu sein“, erklärt sie Mama und schlüpft wieder ins Bett.
Mama stutzt. Dann lächelt sie. „Grüße dein Sternchen von mir, wenn du ihm im Traum wieder begegnest“, sagt sie und deckt Mia zu.
„Einverstanden“, murmelt Mia im Halbschlaf, und ihr ist, als hörte sie ein leises Klingen. „Und feiert schön weiter, ihr Sternchen!“

© Elke Bräunling

Was Mia noch in solchen Nächten erlebt, kannst du hier lesen: Der Mond erzählt von Mias Himmelsträumen
Und hier findest du das Gedicht Sternschnuppenzeiten

Und noch eine Sternengeschichte: Der große Bär am Himmel


Sternenträume, Bildquelle © darksouls1/pixabay

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