Archiv für Sonnengeschichte

Der Traum der kleinen Biene

Bunt träumt die kleine Biene beim Winterschlaf. Bunt und warm und nektarsüß

Etwas kitzelte in der Nase. Es kitzelte warm.
Die kleine Wildbiene zuckte zusammen. Wer war es, der sie aus dem Schlaf riss? So schön hatte sie geträumt! Von einer Wiese voller bunter, duftender Wildblüten und von süßem Nektar. Fein hatte der geschmeckt! So süß und lecker, dass sie diesen Traum gleich weiter träumen wollte. Und schnell stellte sie sich vor, wie sie ihr hungriges Näschen in den Kelch einer hellrosafarbenen Thymianblüte tauchte und den süßen Nektar trank, trank, trank.
Und da war es wieder, dieses Kitzeln.
„Warum weckst du mich aus meinem Schlaf?“, brummte die kleine Wildbiene. Sie öffnete die Augen und sah erst einmal nichts. Nein, falsch, sie sah eine sehr helle Helle. So viel Licht umgab sie, dass sie blinzeln musste nach den langen, dunklen Winterschlaftagen.
„Ich bin’s!“, flüsterte ein Stimmchen. „Kannst du mich denn nicht sehen?“
Die kleine Biene blickte sich um. „Ich sehe hell“, sagte sie. „Ein Hell, dass ich nicht kenne. Sag, wer bist du und wo bist du?“
„Ich bin bei dir.“ Das Stimmchen klang noch näher nun. „Ganz bestimmt siehst du mich. Und spüren kannst du mich auch. Fühl doch mal!“
„Du bist warm und dieses Warme kitzelt“, antwortete die kleine Wildbiene. „Es fühlt sich nett an, dein warmes Kitzeln.“
„Hihi.“ Der kleine Fremde, der so hell und warm sein konnte und der so wunderfein kitzelte, kicherte. „Das freut mich. Wie schön, dass wir uns begegnet sind!“
„Mitten im Traum von Sonne und Wärme und Sommer und süßen Blüten hast du mich getroffen“, erklärte die kleine Wildbiene dem fremden Besucher.
Da kicherte der Fremde wieder. „Wie schön! Gerne bin ich in Träumen der Menschen und Tiere unterwegs. Vielleicht bin ich auch jetzt nur ein Traum?“
„Ein warmer Traum bist du. Und ein heller“, murmelte die kleine Wildbiene. „Bleib noch ein bisschen und …“ Sie gähnte und war schon wieder eingeschlafen.
Der kleine Sonnenstrahl, der sich an diesem kalten Wintertag langweilte, lächelte.
„Du hast recht. Für dich ist es noch zu früh. Schlaf gut!“, sagte er. „Ich komme wieder, wenn der Schnee verschwunden ist. Bis dahin werde ich dich in deinen Träumen besuchen.“
Er nickte und zog weiter. Irgendwo würde er einen Freund zum Spielen finden an diesem sonnigen Tag. Ganz bestimmt.

© Elke Bräunling

Endlich ist der Tag gekommen und die kleine Wildbiene erwacht aus ihrem tiefen Winterschlaf: Die kleine Wildbiene erwacht

 

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Der Traum der kleinen Biene

27. Januar 2018 von Elke
Kategorien: Frühlingsgeschichten, Geschichten für Demenzkranke, Geschichten für Kinder, Geschichten für Senioren, Gutenachtgeschichten, Kindergeschichten, Märchen, Tiergeschichten, Wintergeschichten | Schlagwörter: , , , , , , , , , , , | 6 Kommentare

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